Aufklärungskampagne zum Thema Brustkrebs

Hi ihr Lieben!

Hier mal wieder ein Beitrag in der Kategorie Anastacia. Sie war am Samstag den 21. Oktober in Sachen Brustkrebsbekämpfung unterwegs. Sie betätigte sich als Schirmherrin für eine Veranstaltung der weltberühmten „Mayo Klinik“ in Rochester, Minnesota. Diese Klinik ist medizinisch in jeder Hinsicht eine der weltweit führenden Adressen. Dort fand eine Aufklärungskampagne zum Thema Brustkrebs statt.

Anastacia hielt vormittags einen einstündigen Vortrag, der unter dem Titel „Seasons Change“ stand. Ich finde es sehr interessant und auch erstaunlich mutig von ihr so offen über ihren Kampf, ihre Gefühle und Schmerzen zu sprechen. Wer Interesse hat, kann ja den kompletten Beitrag mit der Vorstellung ihrer Person und der Krankheitsgeschichte lesen.

Für mich ist es sehr wichtig auch mal die Gewinnerseite zu sehen – vor allem am heutigen Tag.

Liebe Grüße Andrea

Folgendes war dem Programmheft dieses Tages zu entnehmen:

Über die Schirmherrin

Schirmherrin der Veranstaltung ist Anastacia, ihres Zeichens eine international gefeierte und bereits hochgelobte Sängern des Popgeschäfts, die seit ihrer Erstveröffentlichung im Jahr 2000 bereits mehr als 20 Millionen Tonträger verkauft hat. Sie ist unter anderem durch Titel wie „You’ll Never Be Alone“. „One Day in Your Life“ oder „Left Outside Alone“ zu einer weltweit gestandenen Berühmtheit mutiert.

Anastacia singt bereits seit sie denken kann und verbrachte im Vorfeld ihrer großen Karriere viele Jahre damit, jede Auftrittsmöglichkeit wahrzunehmen, der ihr geboten wurde. Dort beeindruckte sie jedes einzelne Individuum durch ihre spektakulären und energetischen Texte.

Im Januar des Jahres 2003 bestätigte sie der Weltpresse ihre Brustkrebserkrankung und für einen kurzen Moment schien ihr gesamtes Leben still zu stehen. Doch in ihrer typischen starken und selbstbewußten Eigenart schwor sie sich bereits nach kurzer Zeit, daß der Brustkrebs sie nicht daran hindern sollte, ihre Wünsche auszuleben. Während der Folgemonate im Anschluß an die niederschmetternde Diagnose gaben sich die Emotionen Trauer, Freude, und Kampfeslust die Klinke in die Hand, bevor sie begann, mit einer bis dato nie da gewesenen Leidenschaft zu schreiben und zu singen.

Innerhalb der Musik, die sie während ihrer Rehabilitationsphase schrieb, offenbarte Anastacia ihre Seele und ließ ihre Anhänger in einen sehr privaten Sektor ihres Lebens eindringen. Die daraus entstandenen Klänge beinhalteten frische Klänge einer bedeutenden Texterin und erinnerten nahezu an Lyrik. Hinzu kam natürlich auch noch Anastacias einzigartige vielschichtige Stimme, die zu ihrem Markenzeichen avanciert ist.

Anastacia hat erfolgreich die Kontrolle über ihr Leben und ihre Gesundheit zurückerlangt. Mittlerweile bringt sie sich mit persönlichem Engagement und aus tiefster Überzeugung in den Bereich der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Gefahren des Brustkrebses ein.

Der Vortrag „Seasons Change“

Innerhalb ihres Titels „Seasons Change“ versucht Anastacia ein positives Licht auf das Leben zu werfen: „Versuche das Gewicht, welches vor Dir liegt in eine Waage zu bringen, denn es ist möglich, alles zu überleben, was vor Dir liegt.“ Es ist nur eine Frage der Zeit bevor die Nacht wieder zum Tag wird. Anastacia erhielt im Alter von 35 Jahren die niederschmetternde Nachricht der Brustkrebserkrankung. Mittlerweile verbreitet sie die Kraft und Willenskraft einer Überlebenden. Sie wird von ihren Erfahrungen während und nach der Diagnose berichten und die Zuhörer auf eine Reise mitnehmen. Außerdem wird sie auch die Folgen für ihr privates Umfeld und ihre Karriere nicht außer Acht lassen. Desweiteren berichtet sie von Faktoren, die ihr während ihrer Erkrankung geholfen haben. Zu guter Letzt wird sie zu ihrem gleichnamigen Fund Stellung beziehen, die Wichtigkeit der Brustkrebsforschung beleuchten und dabei vor allem ein Licht auf junge und oft leichtsinnige Frauen werfen.

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Die dazu passende komplette Originalbroschüre findet ihr unter:

http://www.mayoclinic.org/mcitems/mc1600-mc1699/mc1604-17.pdf

Und hier die Rede (vielen Dank an Leif fürs übersetzen):

Einführungsrede der Sängerin, Songschreiberin und Krebsüberlebenden Anastacia Lyn Newkirk zu Ehren des Brustkrebsinformationstages in der Mayo Klinik.

Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person begab sich Anastacia zum bereits vorbereiteten Rednerpodium. Sie hielt ihre Rede spontan und ohne jegliche Notizen. Sie begann mit den Worten:

„Ich wurde in Chicago, Illinois geboren und habe eine Schwester.
Im Alter von 12 Jahren erhielt ich die Diagnose, unter der chronischen Krankheit Morbus Crohn zu leiden. In Folge dessen wurden Teile meines Darms operativ entfernt. Überdies wurde mir ein Medikament mit dem Namen Prednison verschrieben.

Mit 29 Jahren (ich schätze 32) erhielt ich die Möglichkeit, das Singen zu meinem Hauptberuf zu machen, denn ich erhielt einen Anruf, in dem mir mitgeteilt wurde, ich hätte die Chance an einer MTV Show namens „The Cut“ teilzunehmen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, wie gnadenlos das Musikgeschäft sein kann. Ich schrieb in den Jahren 2000, 2001 und 2002 jeweils ein Album.
Während ich am dritten Studioalbum arbeitete, faßte ich den Entschluß, der Frau in mir etwas Gutes zu tun, sprich, ich wollte mir selbst etwas Gutes tun und endlich einmal auf meine Gesundheit achten. Somit habe ich mich dazu entschlossen, eine Brustverkleinerung durchführen zu lassen. Meine Mutter unterzog sich bereits Jahre vor mir diesem Eingriff und ihr ging es wunderbar.

Meine Ursprüngliche Brustgröße lag bei 38 Doppel D und hatte bereits zu massiven Ischiasnervproblemen geführt. Über kurz oder lang hätten darüber hinaus meine inneren Organe Schäden davon getragen.
Letztendlich entschied ich mich im Jahr 2003 tatsächlich zu dieser Operation und wollte statt dessen mit der Veröffentlichung eines dritten Albums warten.

Mit 32 Jahren (35 Jahren) wurde bei mir die erste Mammographie durchgeführt, die im Vorfeld der bevorstehenden Operation routinemäßig durchgeführt werden mußte. Schwanger war ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

An einem Montag des Jahres 2003 begab ich mich zu einer Ärztin namens Dr. Barbara Edelstein, um bei ihr die Brustkrebsvorsorgeuntersuchung samt einer Ultraschallprüfung durchführen zu lassen. Ich hatte einen Mittagstermin erhalten und mein damaliger Produzent begleitete mich.

Der Onkologe legte mir nahe, schnellstmöglich eine Biopsie (Gewebeuntersuchung) durchführen zu lassen. Ich telefonierte zunächst mit meiner Mutter und meiner Schwester in Kalifornien, denn eigentlich stand noch ein Computerkurs vor mir, der ebenfalls an diesem Tag stattfinden sollte. So ließ ich diesen armen EDV Lehrer all meine Verzweiflung spüren und terminierte den Kurs neu.

Es wurde eine Biopsie durchgeführt und ich hoffte, daß ich ein beruhigendes Ergebnis erhalten würde. Doch es kam anders – ich befand mich im Anfangsstadium einer Brustkrebserkrankung. Bereits zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich dazu, im Falle einer tatsächlichen Brustkrebserkrankung an die Öffentlichkeit zu gehen. Mein Manager riet mir davon ab und sagte „Bist Du Dir sicher, daß Du das tun möchtest? Viele Prominente haben bereits an Brustkrebs gelitten und es nicht einmal ihren besten Freunden erzählt. Es ist eine beschämende, entwürdigende und erniedrigende Krankheit.“ Sie würde mir meine Attraktivität nehmen. Doch diese Aussagen nahm ich nicht ernst.

Ich war fest entschlossen, meinem Weg zu folgen. Niemand hatte sich zuvor so eingängig und vor allem öffentlich mit dem Krebs beschäftigt und mich plagte keinerlei Schamgefühl.

Ich rief meine Mutter in Kalifornien an und sie reiste nach New York um mich zum Onkologen zu begleiten. Ich ließ mir einen Termin unter meinem tatsächlichen Namen Anastacia Newkirk geben.

Donnerstag – die Biopsie sollte stattfinden und ich litt an einer Lungenentzündung sowie an starkem Fieber. Kurz gesagt – ich war eigentlich krank und nahm Antibiotikum zu mir.

Freitag gegen 16 Uhr verließ meine Mutter meine Wohnung um Kaffee kaufen zu gehen. Mein Anrufbeantworter aktivierte sich und der Arzt sprach, er würde gerne mit Anastacia sprechen denn die Biopsieresultate wären nun da – mit einem bösartigen Ergebnis. Diese Nachricht schmiß mich mental zu Boden, ich schien den Halt zu verlieren, fiel auf meine Knie und weinte. Meine Mutter war bereits wieder zurück und stand mir in dieser schweren Stunde bei. Meiner älteren Schwester war es leider nicht möglich gewesen nach New York zu reisen. Sie verfolgte die Einstellung „Wenn ich nicht da bin, wird die Untersuchung schon kein bösartiges Ergebnis hervorbringen, doch es kam anders. Der Arzt nahm das „K Wort“ in den Mund und sagte, ich hätte vergiftete Brüste.

Ich hatte mich also einer Biopsie unterzogen, die Brustkrebs hervorgebracht hatte. Das bösartige Gewebe befand sich in der Warzengegend. Glücklicherweise wurde der Krebs in einem frühen Stadium erkannt.

Zwecks der Operation meldete ich mich wieder in einer Privatklinik an und wieder unter meinem tatsächlichen Namen Anastacia Newkirk.
Die Plattenfirma, bei der ich zu diesem Zeitpunkt „unter Vertrag“ stand, ließ verlauten „Anastacia leidet unter einer starken Grippe.“

Doch irgendwie fand die Presse heraus, dass Anastacia nicht unter einer Grippe litt sondern an Brustkrebs erkrankt war. Sie kamen und baten doch tatsächlich um eine Aussage Anastacias zu diesem Thema. Sie verpackten meine Aussage in eine 10 minütige „Schlagzeile“. Ich dachte an meine Fans und sagte nur „Es wird mir bald besser gehen. Ich durchlebe gerade eine schwierige Zeit.“

Am Dienstag fand noch ein Videodreh in Chicago statt, dass von Harry Weinstein produziert wurde. Ich wollte diesen Dreh unbedingt noch abschließen und ließ ihn wie geplant stattfinden, hatte jedoch immer einen Mülleimer in meiner Nähe. Etwa nach jeder dritten Einstellung mußte ich mich übergeben. Glücklicherweise standen mir eine exzellente Stylistin und Frisör bei. Montag war noch ein Tanztraining anberaumt worden, das ich ebenfalls wahrnahm, ich hatte Krebs und versuchte, mich selbst zu heilen. Die eigentliche OP sollte ein bis eineinhalb Wochen nach der Diagnose stattfinden.

Den Ärzten teilte ich mit, ich wollte die Brustkrebsentfernung und die eigentlich geplante Brustverkleinerung in ein und der selben Operation durchführen lassen. „Öffnet mich nur einmal.“

Ich dachte immer wieder an meine reale Karriere und die Möglichkeit einer Brustverkleinerung, denn ich wollte dem Krebs keinen Sieg gewähren. Mich überkam ein zufriedenes Gefühl, als sicher war, dass ich all die zu erledigende Arbeit im Vorfeld noch erledigen konnte, selbst wenn dies mich zugegebenermaßen an meine Grenzen führte.

Die OP sollte, wie bereits erwähnt, in einer Privatklinik stattfinden. Aus mir unerfindlichen Gründen befanden sich dort dutzende Pressemenschen und jede auch nur erdenkliche Nachrichtenanstalt gab sich die Ehre. Sie konzentrierten sich sehr auf mich, nicht als eine amerikanische Sängerin oder Künstlerin sondern als Mensch bzw. Frau.

Ich erhielt einen Anruf von einem Mitarbeiter der 20/20 Nachrichtensendung und hatte mich eigentlich dagegen entschieden, diese Geschichte durchführen zu lassen, denn ich mußte die Personen, die mich mit einer Kamera verfolgten, gut kennen. Ich entschied mich dazu, 20/20 eine editierte Kopie meiner Aufnahmen zukommen zu lassen und erlaubte es sogar, daß die Kamera mich in den OP Saal begleitete. Die eigentlich vierstündige OP dauerte letztendlich acht Stunden. Laut des Onkologen mußte weitaus mehr Gewebe entfernt werden, als tatsächlich geplant. Da meine Lungenentzündung nach wie vor nicht komplett abgeklungen war, erschwerte diese Tatsache die Operation ebenfalls. Der Arzt entfernte eine große Menge an krankem Gewebe. Der Mediziner, der für meine Brustverkleinerung zuständig war, arbeitete mehr oder weniger blind, da er seine ursprünglichen Markierungen nicht mehr nutzen konnte.

Meine Familie litt unterdessen Höllenqualen und hatte eine unheimliche Angst um mich und meine Gesundheit. Sie fanden mich im Anschluß an die OP mit diversen Verkabelungen in meinem Bett vor und dies war gleichermaßen schmerzvoll für sie und mich.

Die erkranken Lymphdrüsen waren entfernt worden. In Folge starker Schmerzen wollte ich aufgeben, zu sterben erschien mir in dieser Situation die beste Lösung.

Vier Tage später riefen die Ärzte meine Mutter an, um ihr mitzuteilen, daß eine weitere Therapie in Form von Bestrahlungen nicht nötig sei. Es sollte tatsächlich ohne jegliche Chemotherapie funktionieren? Ich verfiel in eine Art Ekstase und weinte um all den Menschen zu gedenken, die eine andere Nachricht erhalten und erhalten haben. Ich hatte großes Glück und die besten Ärzte, die man sich vorstellen kann.

Niemand konnte meine Gefühle im Nachhinein nachempfinden. Manchmal war ich zum Beispiel wütend auf mich selbst, denn ich wollte ich selbst sein, war es aber manchmal nicht. Ich wollte den Zorn der Brustkrebserkrankung besiegen und mußte irgendetwas tun, also gründete ich eine Stiftung zum Zwecke der Brustkrebsforschung und –früherkennung.

Die 20/20 Sendung befand sich mittlerweile im Kasten. Ich traf mich mit Rosie O’ Donnell, die auch Brustkrebspatienten kennt, die diese Diagnose nicht in die Welt hinaus posaunt haben. Rosie sagte mir ich sei mutig und stark gewesen. Sie würde viele Menschen kennen, die sich in Folge der Erkrankung nicht mehr voran kamen. Nun besäße der Brustkrebs ein junges Gesicht.

Doch innerlich war ich nach wie vor ein Wrack. Unter meiner Haut brannte es wie Feuer. Dieser dämliche Krebs sollte dafür bestraft werden, mich berührt und zu Boden geschmettert zu haben. Ich wollte nicht zulassen, daß er mein Leben zerstört.

Jeden Tag forscht man in der Mayo Klinik aufs Neue im Auftrag der Menschheit und dutzenden Menschen hat diese Forschung bereits das Leben gerettet. Ich werde nach wie vor alle sechs Monate auf neue Krebszellen hin untersucht. Der Arzt fand etwa eineinhalb Jahre nach meiner eigentlichen OP, im Jahr 2004, abnormales Gewebe. Dies ist der Beweis dafür, daß der Krebs jederzeit zurückkehren kann.

Ich kann es immer noch nicht so recht realisieren, aber ich danke Gott dafür, daß ich mich dieser routinemäßigen Biopsie unterzogen habe.

Ich habe nun die Einstellung: „Diesen Wald werde ich niemals wieder völlig verlassen können. Eine Verleugnung dieser Tatsache wäre eine Lüge. Der Krebs kann jederzeit in einer neuen Verkleidung auftauchen.“

Ich schäme mich nicht dafür, zum Arzt zu gehen um zu erfahren, was mit meinem Körper nicht stimmt.“

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  1. schwopper

    Das war eine echt sehr interessante und berührende Rede von Anstacia gewesen. Ich bin auch jedes Mal froh, wenn ich vom Arztbesuch komme und beim Ultraschall nichts festgestellt worden ist. Wie man sehen kann, kann jeder davon betroffen werden und eine sehr hohe Anzahl an Frauen sterben jedes Jahr deswegen!
    Deshalb auch mein statement: immer jedes halbe Jahr zur Vorsorge mit Ultraschall gehen und dafür Geld zu bezahlen als mit seinem Leben!!!!
    Liebe Grüße
    Melli

  2. mona

    diese rede ist sehr berührend, ich war den tränen nahe.

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