Mit dem Fanvan ins Chaos (Update: Nordlicher Bericht)

Am Donnerstag fand in Berlin eine Anastacia by s.Oliver Modenschau statt zu der einige Fans Karten gewinnen konnten. Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinne, zumal man da schnell sein mußte, weil die ersten 15 gewonnen haben und ich den Mailaufruf zum Mitmachen erst ein paar Stunden später gesehen hatte. Trotzdem machte ich natürlich bei dem Gewinnspiel mit, ohne mir allerdings große Hoffnungen zu machen.


Erst sah es nicht so aus als hätte ich gewonnen, irgendwie rutschte ich dann aber nach, weil Einige ausfielen und somit hatte ich überraschenderweise eine Karte zur Aftershowparty in Berlin. Nun stellte sich natürlich die Frage, wie ich da hinkomme. Diese konnte mit einem kleinen Anruf in Österreich geklärt werden, weil Babs noch einen Platz in ihrem Bus frei hatte und glücklicherweise Nürnberg auf der Reiseroute liegt. Das Nächste was noch organisiert werden mußte, war Janas Babysitting und wie ich in der Früh zum Rastplatz Feucht – unserem Treffpunkt – komme. Beide Fragen klärten sich am Dienstag bei Oma, wo ich glücklicherweise auch Papa traf und die Beiden sich die Aufgaben teilten. Papa fuhr mich und Oma und Opa übernahmen das Babysitting – das war wirklich alles superlieb und vielen Dank dafür.

So startete ich gut organisiert in den Donnerstag. Alle kamen pünktlich und der Fanvan konnte ohne Verspätung weiter Richtung Berlin düsen. Da kein Verkehr und auch bis kurz vor Berlin kein Stau war, schafften wir – trotz 2 Besuche auf der „Pinkeloase“ – die Entfernung in kurzen 4,5 Stunden und fanden dank Navitussi auch schnell den Kurfüsrtendamm mit dem ominösen A Hotel, in dem die Show stattfinden sollte. Auch die Parkplatzsuche gestaltete sich als problemlos, da wir eine Hoteltiefgarage mit Tagesfestpreis und 24h Öffnung fanden.

Gut gelaunt beobachteten wir dann die Aufbauten des roten Teppichs und beschlossen dann den Sammeltreffpunkt für die restlichen Redshirts auf das benachbarte Maredo zu legen. Dort wurden wir auch immer mehr (ich glaube so um die 20!!) und so verbrachten wir den Nachmittag mit Wiedersehen und Kennenlernen. Als Babs und Dagi Wayne erspäten, übergaben sie ihm 2 Osternester für Ana und Shawn und er übergab ihnen die österreichische Flagge, die sie beim letzten Mal an Ana zum signieren übergeben hatten und 2 s.Oliver Banner. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein absolut perfekter Tag, an dem Alles wie am Schnürchen funktionierte, keine Langeweile aufkam und es nicht besser hätte sein können.

Aber es sollte noch Anders kommen.

Gegen 19 Uhr begleiteten wir diejenigen die zu der Aftershowparty auch noch Karten für die Modeschau gewonnen hatten, vor zum Eingang des A Hotels. Dort erspäten wir zwei Frauen mit Gästelisten und Babs klärte ab, ob auch alle korrekterweise auf der Liste standen und so war es glücklicherweise auch. Nur sollte uns das leider nix bringen… aber dazu später.

Pünktlich um 20 Uhr betraten unsere Teilnehmer zur Aftershow das A Hotel. Zwischen 20 und 21 Uhr kamen allerlei Sternchen. Ich muß gestehen, daß ich viele gar nicht kannte, aber ich sah 3 von GZSZ (die ich auch nur mit den Filmnamen Alexander, Katrin Flemming und Flo kenne) und es waren auch noch andere Schauspieler dabei, deren Gesicht ich eventuell schon mal gesehen hatte. 😉

Ab 21 Uhr warteten wir langsam etwas ungeduldig und frierend auf die Ankunft von Anastacia. Uns wurde versichert, daß sie sich Zeit nehmen würde um Autogramme zu geben und so zogen wir verzückt unsere Bilder und Stifte. Als es immer später wurde, wurde allerdings die Menge der Außenstehenden durch Passanten mehr als verdoppelt und da es wohl dadurch zu unsicher war, schüttelte Wayne den Kopf und Ana flog förmlich stechschrittmäßig an uns vorbei. Nur bei der Presse posierte sie kurz und gab dort ein paar Fans Autogramme – aber viel weniger, als man von ihr gewöhnt ist, vermutlich sind wir schon verwöhnt.

Um uns bis zum Einlaß für die Aftershowparty etwas aufzuwärmen, gingen wir wieder ins Maredo und warteten dort eine Stunde. Dann ging es wieder zum Eingang, an dem irgendwie gar nichts voran ging. Weder wir Fans, noch andere Besucher kamen wirklich vorwärts. Plötzlich fand man unsere Liste, die am Nachmittag so wunderschön komplett war, gar nicht mehr und Gewinnern, die ihre Mails ausgedruckt hatten, warf man vor diese gefälscht zu haben. Babs gab den armen überforderten Frauen am Empfang dann von Innen Hilfestellung und dank IHRER organisatorischen Unterstützung, durften wir dann doch endlich rein.

Innen sah es aus wie in einer Disco. Es gab Getränke (mit viel Alkohol) und kleine Häppchen kostenfrei, ein DJ legte Technomusik auf und das Licht war gedämmt. Entspannen konnten wir uns aber nicht, weil wir uns immer fragten, ob wir Anastacia (die in ihrer Vip Lounge im oberen gesperrten Stock Interviews gab) bei den vielen Menschen jetzt überhaupt nochmal sehen würden. Irgendwer hatte dann einen Tipp vom Security bekommen, daß sie wohl die Treppe im Hauptraum herunterkommen sollte und so nahmen wir dort Stellung. Natürlich standen wir da den priviligierten Promis die hoch durften im Weg und wurden desöfteren angerempelt und beiseite geschupst.

Nach ca. 1,5 Stunden, die ich überhaupt nicht genießen konnte, weil ich nämlich auf die Toilette mußte und mich nicht traute, hörten wir plötlich hinter uns vom DJ Pult ihre Stimme. Sofort drehten sich natürlich Alle um und eine große Menschentraube (nicht nur aus uns Fans) entstand so schnell, daß ich nicht weit vor kam und sie leider kaum sah. Sie hielt eine Dankesrede von ca. 5 Minuten, sang kurz mit uns „We are family“ und verschwand dann mitten durch den Raum zur Treppe, wodurch sie ein reisengroßes Geschupse auslöste, wieder hoch in den Vip Bereich.

Ich hatte dann die Nase voll, ging zur Toilette und wollte (auch aufgrund der Uhrzeit, es war fast 1 Uhr) eigentlich nur heim. Das i-Tüpfelchen der schlechtesten Organistion, bzw Fanbehandlung war, daß s.Oliver Giveaways verteilte: mit Tshirt, Schlüsselanhänger und Kalender. Was jedem Fan natürlich gefällt, bei den restlichen Gästen aber nur für ein müdes Lächeln reichte. Dieses Geschenk bekamen aber nur die, die bei der Modenshow dabei waren und eine Karte vorzeigen konnten. Somit wurde uns deutlich gezeigt, daß wir keine lieben Gäste, sondern nur geduldete Zuschauer waren und ich weiß eigentlich gar nicht wieso sie uns überhaupt eingeladen haben.

Bis wir alle Entäuschten zusammen getrommelt, uns von dem Rest verabschiedet hatten und losfahren konnten, war es halb 2. Dann starteten wir müde auf die Autobahn und ich bin echt stolz auf Babs und Dagi, die mich super nach Hause gebracht haben und garantiert auch mit ihrer Müdigkeit gekämpft haben. Vielen Dank nochmal!

Um 5:30 Uhr war ich dann wieder in Feucht, fuhr Andreas anschließend in die Arbeit und dann heim, duschen und ins Bett.
Es war ein anstrengender Tag, den ich nicht missen möchte und der sehr schön war, solange wir die Ereignisse noch in der Hand hatten. Auf ein Event von s.Oliver werde ich wohl nicht mehr so schnell gehen, aber wenn Anastacia irgendwann mal wieder singt, bin ich gerne wieder dabei.

Liebe Grüße
die müde Andi

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Hinweis: die perfekten Rezepte sind nun komplett

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  1. schwopper

    Es ist wirklich sehr schade, dass ihr diese ganze Zeit investiert habt und dann fast nichts davon gehabt habt. Aber es kann halt nicht immer so toll, wie bei eurem Besuch an der Nürnberger Messe sein!
    Wer ist eigentlich Alexander bei GZSZ??
    Liebe Grüße Melli

  2. Na der Bruder vom Daniel, der Schnösel

    Ja, ich denke auch, es wäre nix besonderes mehr, wenn es immer so klappen würde wie in Nürnberg 😉

  3. bine

    Da muss ich erst wieder dabei sein, dann kommt sie auch wieder her… 😆

  4. Ich hab noch einen Bericht aus der Sicht unserer „Nordlichter“ gefunden, wer Interesse hat kann ihn lesen. Ist detaillierter als meiner, kommt aber zu dem selben Schluß 😉

    The A-Hotel in Berlin!!!
    – Verfasst aus der Sicht der Nordlichter Stephie, Yanna, Tatjana und Leif –

    Die Einladung, die uns dreien in der vergangenen Woche per Mail zugestellt worden war, suggerierte viel und sollte laut s.Oliver unsere Eintrittskarte in die Welt der schimmernden Modewellt darstellen. Ließt man die Zeilen des Konzerns, so könnte man fast vermuten, man würde kurzzeitig in einem Märchen aus 1001 Nacht landen – mitten drinnen Prinz Wayne Newton und Königin Anastacia Lyn Newkirk.
    Mit dementsprechend hohen Erwartungen strömten wir am Donnerstag, den 29. März in unsere Hauptstadt Berlin. Um 10:30 Uhr verließen wir die pulsierende und zukunftsweisend ausgeschilderte freie Stadt Hamburg in Richtung Autobahn und somit in Richtung Ostblock, pardon, ich meine natürlich in Richtung unserer Bundeshauptstadt Berlin.
    Wir durchquerten kleinere Verkehrssammelstellen, besser bekannt als Staus, dies allerdings lediglich kurz hinter Hamburg und wieder kurz vor Berlin. Im Großen und Ganzen verlief unsere Fahrt zügig und problemlos. Die Sonne schien vor allem den Fontpassagieren Yanna und Tatjana zu Schaffen zu machen, doch Stephie und ich betrachteten sie eher als einen himmlischen Leuchtturm, der uns zum Ziel unserer Träume befördern sollte.
    Pünktlich zur Mittagszeit erreichten wir dann die Autobahnausfahrt Berlin Zoo und wussten sofort, dass wir nun in eine andere Welt eingetaucht waren, eine Welt aus vollgestopften Straßen, verrückten Passanten, die mit dem Gedanken durch die Stadt liefen „Mir hatten und haben immer noch nischt, also zelebrieren wir wenigstens eine Straßenüberquerung in vollen Zügen“.
    Darüber hinaus fielen uns sofort potthässliche Häuser ohne jegliche Baustruktur auf. Sie schienen unkontrolliert wie die Samen von Unkraut aus dem Boden gestampft worden zu sein.
    Trotz dieser ersten eher negativen Eindrücke Berlins ließen wir uns jedoch nicht beirren und fanden recht schnell und problemlos unseren Weg zum A-Hotel am Kudamm. Abgesehen vom A-Hotel bestand diese angebliche Prachtstraße Berlins noch aus einem Burger King Restaurant, etwa 5 Maredorestaurants auf 500 Metern und leicht verstaubten Fußwegen.
    Die geballte Redshirtskraft aus Österreich, die mit einem neunsitzigen Bus angereist war, hatte die Gegend bereits ausgekundschaftet und konnte uns somit per Mobiltelefon eine adäquate Parkmöglichkeit nennen, die sich lediglich ein paar 100 Meter vom A-Hotel entfernt in einer Tiefgarage befand.
    Zunächst entschieden wir vier aus dem hohen Norden uns zu einer ersten Visite am A-Hotel, wo gerade damit begonnen wurde, den roten Teppich auszusäen und die ersten „Anastacia by s.Oliver“ Werbebanner bereits in kühlem aber doch intensivem weiß prangten.
    Den Mittag sowie Nachmittag verbrachten wir aufgrund eines sehr starken fast stechenden kalten Windes in Berlin in einem der Maredo Steakhäuser, wo wir uns kurzerhand als europäische Prüfungskommission für Kellner dieser Kette betätigten. Wir brachten einer Auszubildenden die Schweißperlen auf die Stirn, da wir uns durch die immer größer werdende Gruppe ständig umpositionieren mussten. Nichtsdestotrotz erhielten wir alle bis auf Angie das was wir bestellt hatten und stärkten uns somit zunächst mit einem reichhaltigen Mittagessen bevor am Nachmittag durch einige die Innenstadt sowie die sich in der Nähe befindlichen s.Oliver Stores erkundet wurden.
    Am späten Nachmittag tauchte Wayne kurz am A-Hotel auf und Babs übergab gemeinsam mit Dagi im Namen des AFC einige Ostergrüße und ganz im Sinne unserer noch vorhaltenden Laune Schmunzelhasen über die sich der gut aufgelegte Personenschützer sehr zu freuen schien, selbst wenn er den Kaloriengehalt dieser Schokoladenfreuden scherzhaft mit einem Lächeln in Frage stellte und meinte: „I will get fat, no, fatter!“
    Unsere Schaltzentrale blieb im Restaurant, welches sich keine 100 Meter vom A-Hotel entfernt befand. Im Laufe des Nachmittags strömten auch die letzten Red Shirts im Maredo ein, sodass wir gegen 18:00 Uhr endlich in voller Pracht erstrahlen konnten und uns gewiss sein konnten, dass jeder seinen Weg in die Glanzwelt aus grünem Salatbuffet, dünnem Kakao und abartig scharfen Chicken Wings gefunden hatte.
    Wir verbrachten die Wartezeit bis etwa 20:00 Uhr in mehreren Kleingruppen und betrieben ein ständiges Wechselspiel, sodass jeder die Chance bekam, sich mit jedem zu unterhalten. Somit verging die Zeit wie im Fluge und zur besten Abendzeit war die Ankunft Anastacias am roten Teppich angekündigt.
    Während die Fashionshowgewinner Stück für Stück hinüber schreiten durften, warteten die Inhaber einer Aftershowzusage direkt in der Fanecke des roten Teppichs an s.Oliver Bannern. Zunächst wirkte diese Veranstaltung gut organisiert. Es tauchten immer wieder freundliche aber autoritäre s.Oliver Mitarbeiterinnen auf, die vor allem damit beschäftigt waren, die gierende Presse in Schach zu halten, die sich teilweise mit Kameras, die in etwa die Größe eines Kleinkindes zu haben schienen widerrechtlich dort positioniert hatten und uns wertvollen Freiraum nahmen.
    Der rote Teppich selbst wirkte offengestanden ein wenig wie ein billiges bereits des Öfteren benutztes Imitat aus Fernost und wurde von zahlreichen starken Scheinwerfern und Lichtspots ausgeleuchtet. Im Laufe des Abends schritten dort Möchtegernfernsehgrößen aus dem Vorabendprogramm entlang, die über den roten Teppich stolzierten, als würden sie von einer Seifenoperlauge daran gehindert zu werden, sich vernünftig zu präsentieren.
    Das erste Mal fiel uns auf, wie berechnend einige Personen dort aufgeschlagen waren, einzig und allein deshalb, weil sie sich wieder in das Stadtgespräch Berlins einbringen wollten. Hinter den Bannern stand auf der linken Seite die versammelte Presse, während die Fashionshowgewinner im Foyer des A-Hotels warteten und sich ein weiterer Teil von uns rechts in der Fanecke des roten Teppichs versammelt hatte.
    Es war äußerst amüsant zu sehen, wie die Presse nahezu jeden ins Visier nahm der auch nur ansatzweise als Prominenter oder Möchtegernprominenter zu identifizieren war. Sobald dieser Personenkreis das Innere des A-Hotels betreten hatte, ging die große Fragerei im Stile von „Sagt mal, wer war das gerade eigentlich?“ los.
    Auch wir stellten uns nicht viel besser an und vor allem Christian und ich fragten uns aufgrund mangelnder Vorabendserienerfahrung immer wieder, wer nun gerade darum gebettelt hatte ein Autogramm schreiben zu dürfen.
    Ich werde mal ein paar Namen der anwesenden Prominenz nennen, die mir noch im Gedächtnis geblieben ist: Starfrisör Udo Walz mit Moderatorin Ulla Kock am Brink, der Duden auf zwei Beinen, Kader Loth, Janine Reinhardt, Schauspieler Sven Martinek („Der Clown“), Rea Harder sowie diverse weitere GZSZ Schauspielschüler, die mir nicht im Gedächtnis geblieben sind. Darüber hinaus gab sich auch noch eine der bereits ausgeschiedenen Möchtegernmodels von Heidi Klums Casting Show „Germanys Next Topmodel“ die Ehre.
    Um etwa 21:15 Uhr stieg die Hektik am roten Teppich. Auf der Straße hatte sich bereits ein riesiger offener Kamera LKW platziert, die Autogrammjäger hinter uns begannen langsam damit, ihre Stimmen zu erheben und ihre volle Körperbreite auszunutzen und die Königin Anastacia fuhr mit einem prunkvollen weißen Oldtimer, aus der englischen Kolonialzeit stammend, vor. Sie trug ein elegantes schwarzes Kostüm, bestehend aus einem schwarzen sportlich eleganten Rock, weißem Gürtel, der den perfekten Kontrast zum Rock bot und einem leicht schimmernden Oberteil.
    Wayne wirkte in seinem sportlichen karierten Hemd ein wenig wie ein Holzfäller uns musste eben diese Mentalität auch anwenden, um die leicht panisch wirkenden Fans und sehr aufdringliche Presse in Schach zu halten. Ich selbst staunte nicht schlecht, als ich erkannte, wie er eine Pressemeute aus mindestens 5 Personen samt Kameras, die sich auf dem roten Teppich befanden mit einem taktisch klug positionierten Schritt zurückdrängte. Man erkannte währenddessen eindeutig sein hohes Maß an Professionalität und er behielt trotz des großen Geschreis und Gedränges jederzeit den kompletten Überblick. Einige von Euch werden jetzt denken, dass dies natürlich sein Beruf ist, aber mich hat es dennoch beeindruckt, weil er diese Tätigkeit zwar hochkonzentriert ausführte, aber es dennoch leichtgängig wirkte. Bei all seinen Aktionen behielt er jedoch immer seine britische Höflichkeitsmentailität und gerade dieser gekonnte Spagat zwischen beiden Faktoren ist immer wieder faszinierend zu betrachten.
    Anastacia ließ sich unterdessen nicht beirren und gab in etwa 5 Minuten diverse Interviews und Autogramme, die jedoch wiederum von Wayne sorgfältig beobachtet und separiert wurden, sodass vor allem kommerziell interessierte Autogrammjäger kaum auf ihre Kosten kamen.
    Nach wie vor wirkte das Event für Außenstehende vernünftig organisiert, denn die Verspätung der Frau des Abends war vorprogrammiert.
    Die Aftershowkartengewinner verbrachten die letzte knappe Stunde vor dem Einlass wieder im Maredo und erst als uns erste Anrufe aus dem Inneren des A-Hotels erreichten, ahnten wir das erste Mal, wie übel die Organisation dort drinnen sein musste. Die Laufstegspräsentation wurde recht schnell über die Bühne gebracht und die Gewinner dieser Eintrittskarten quer durch das A-Hotel vom ersten Stock in das Erdgeschoss gescheucht.
    Aus einem geplanten Einlass zur Aftershowparty um 22:00 Uhr wurde durch die Verspätung Anastacias circa 23:00 Uhr. Wir fanden uns allesamt wieder am roten Teppich ein und durften zunächst beobachten, dass weitere „Prominente“ bzw. die die sich dafür hielten Einlass gewährt wurde, während die Gewinner der Internetaktion sich wieder bis auf Weiteres in der Fanecke platzieren sollten, es hieß nämlich die Namen seien nicht auf der Gästeliste.
    Zahlreiche Minuten waren verronnen bis Babs auf dem roten Teppich auftauchte und die leicht überfordert wirkenden s.Olivermitarbeiterinnen aktiv um ihre Mithilfe bat, die uns dann glücklicherweise gewährt wurde. Es tauchte eine weitere Gästeliste auf und so wurden wir nun von der Fanecke aus über den roten Teppich gelotst und auf dieser Lliste abgehakt. Durch die Hektik verflog zwar das versprochene Gefühl des „über den roten Teppich gleitens“ doch zu diesem Zeitpunkt freuten wir uns noch allesamt auf das, was uns im Inneren erwarten sollte und nahmen die Tatsache des vollkommenen Durcheinanders am roten Teppich gelassen.
    Hatte man den roten Teppich überquert, gelangte man, einen dekorativ platzierten Portier passierend, durch in Milchglasoptik gestaltete Eingangstüren auf denen das große charakteristische A der Kollektion prangte in das Innere des „Hotels“. Linksseitig ging man an einer geschmackvoll gestalteten Rezeption vorbei und schritt nun durch eine prunkvolle Eingangshalle, die mit „Anastacia by S Oliver“ Großportraits des aktuellen Fotoshootings behangen war. Diese Portraits befanden sich in riesigen Bilderrahmen und wirkten somit so, als seien es kostbare Kunstwerke.
    Als nächstes ging man über eine Art Laufsteg, der mit weißem marmorähnlichem Untergrund bestückt war. Links und rechts davon befanden sich kleine Lounges sowie indirekte Beleuchtung, die sekündlich ihre Farbe veränderte und so positioniert worden war, dass für das Auge eine perfekte optische Täuschung realisiert wurde. Die toten Ecken des Raumes wurden dadurch völlig retuschiert und somit wirkte das gesamte Ambiente äußerst stimmig.
    Hatte man das Ende dieses Laufstegs erreicht, befand man sich direkt vor einer vornehmen kleinen Bar, die zahlreiche Cocktails zum Nulltarif und alkoholfreie Getränke anbot, die jedoch bis auf einige wenige Fahrer und mich nahezu niemand zu trinken schien. Als ich eine Cola bestellte, musste sich der ausschenkende Barbedienstete zunächst bei seiner Kollegin erkundigen, ob sie diese überhaupt im Angebot hätten. Diese verwies dann mit einem milden Lächeln auf den Kühlschrank im Hintergrund.
    Bepackt mit Getränken bog man nun einmal scharf rechts ab und gelangte dadurch in den Hauptbereich des A-Hotels, bestehend aus einer großen Fläche mit schwarzem gummierten Fußboden, einer kleinen Bühne auf der ein seltsamer DJ nebst Assistent sein Unwesen trieb und weiteren Bars, sodass niemand von uns verdurstet wäre.
    Auf der linken Seite, etwa in der Mitte des Raumes befand sich eine Küche aus der im Sekundentakt Kellner mit kleinen Häppchen hinaus strömten.
    Uns wurden im Laufe des Abends die für Berlin charakteristischen lauwarmen Currywürste, die in kleinen Gläsern nebst Holzstäbchen, sowie Fleischbällchen und kleine „Berliner“ mit Marmeladenfüllung serviert. Man könnte nun kurzzeitig vermuten, dass diese Veranstaltung eine Veranstaltung von Kannibalen war, aber diese „Berliner“ waren natürlich keine Körperteile der Einwohner der gleichnamigen Stadt mit Marmeladenfüllung sondern Teigwaren nebst süßem Inhalt.
    Anastacia befand sich während des gesamten Abends abgeschirmt vom Trubel in einem VIP Bereich im ersten Stock. Gegenüber der Küche befand sich ein Treppenaufgang, der hinauf in diesen Bereich führte. Oben gab es wiederum eine Bar und eine Gallerie von der aus die Inhaber sog. Backstagepässe, zu denen wir jedoch alle nicht gehörten, hinunter in die große Menge blicken durften.
    Eine ausgelassene Stimmung sollte inmitten der riesigen Menschentraube nicht aufkommen. Dazu waren zu viele Menschen anwesend. Darüber hinaus fehlte eine geordnete Struktur im Hauptbereich des A-Hotels und in letzter Instanz natürlich auch die Frau des Abends, Anastacia, sowohl gänzlich auf den Plattentellern als auch in präsentierender Form auf der Bühne oder zumindest im Erdgeschoss der Erdlinge im Hotel.
    Unsere Müdigkeit wurde bis etwa 00:30 Uhr nachts durch die nach wie vor vorhaltende Erwartungshaltung in Schach gehalten. Wir hofften, dass Anastacia sich uns noch zeigen würde, wurden jedoch auf eine lange Geduldsprobe gestellt, die sich bis zur Unendlichkeit zu erstrecken schien. Anastacia trieb die Spannungskurve wiedereinmal gekonnt auf die Spitze und tauchte letztendlich doch in den ersten Stunden des sich mit großen Schritten nährenden Freitags kurzzeitig auf der kleinen DJ Bühne auf. Sie tauchte aus dem Nichts auf und fragte, da die Meisten mit dem Rücken zu ihr standen und erwarteten, sie würde feierlich die Treppe hinunter schreiten, ob alle Anwesenden bereits betrunken wären? Dieser Auftritt wirkte jedoch eher, als müsste sie ihr Pflichtbewusstsein zufrieden stellen. Sie bedankte sich bei den Fans für das Erscheinen in Berlin und bei den leitenden Organisatoren der Veranstaltung für ihren Einsatz. Was dabei jedoch auf der Strecke blieb, war ihre geschätzte Menschlichkeit, denn die Ablesementalität ist eigentlich niemand von uns von Seiten Anastacias gewohnt.
    Der Fanfamilienfaktor blieb größtenteils auf der Strecke, sodass sich der österreichische Bus um circa 02:00 Uhr wieder in Bewegung gen Süden setzte. Eine halbe Stunde später nahm Wayne ein Bad in der Menge, unterhielt sich eine Weile im Erdgeschoss mit den wartenden Fans und nahm auch Präsente für Anastacia entgegen. Er war sehr gut gelaunt, zu Späßen aufgelegt und gab sich wirklich Mühe, auf die teilweise enttäuscht wirkenden Gesichter ein Lächeln zu zaubern. Er zeigte somit wieder einmal eindrucksvoll sein wahres Gesicht hinter der Beschützerfassade, denn Anastacia war während seines Rundgangs im VIP Bereich in Sicherheit und schien Interviews zu geben. Schockierend wirkete sich auf mein Gemüt jedoch das Verhalten eines Großteils der Fans aus, welches mir auf unmissverständliche Art und Weise verdeutlichte, weshalb Anastacia davon absah, ein Bad in der Menge zu nehmen. Kaum vernahmen sie auch nur einen Hauch von ihr, schienen diese Menschen zu gierigen Geiern zu mutieren, sodass Anastacia im Falle einer Massenvisite auch die letzte Privatsphäre genommen worden wäre.
    Doch nicht nur deshalb fühlten wir uns allesamt nicht wohl im A-Hotel. Was uns begleitete war kein wahrhaftiges Gefühl der Enttäuschung, sondern eher eine Mixtur aus leichten Enttäuschungsfaktoren, dem Gefühl sich zur falschen Zeit am falschen Ort zu befinden und einem Schock über das Verhalten verschiedener Personengruppen, angefangen bei der unverschämten Presse, berechnenden fast skrupellos wirkenden Prominenten, die eher durch Oberflächlichkeit als durch Persönlichkeit auffielen und aufgehört bei Fanfamilienmitgliedern, die jeglichen Anstand zu Hause gelassen zu haben schienen. Selbst in dieser Welt des Glamours ist also bei Weitem nicht alles Gold was nach außen so sehr zu glänzen scheint sondern scheinen die Menschen eher gesteuerte Medienmaschinen zu sein.
    Dieses Gesamtbild führt mich zu einem eher negativen Fazit, das da heißt:
    „In kommerzieller Hinsicht stur und professionell durchgeführte Veranstaltung, der es jedoch an Wärme, Herz und Emotion fehlte.“
    Im Laufe des heutigen Freitag Vormittags trudelten wir Nordlichter auch wieder in der Heimat ein nachdem wir eine orientierungslose treibende Fahrt durch die Abgründe Berlins hinter uns gebracht hatten, die durch nicht vorhandene oder grauenhafte Beschilderungen in Erinnerung bleiben werden.
    Ein Dank geht trotz allem an S. Oliver für das Ermöglichen dieses Erlebnisses. Uns allen wurde auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht, dass hinter den so pompös wirkenden Kulissen auch nur Menschen am Werk sind und dies ist für uns alle mit Sicherheit eine wertvolle Erfahrung, denn wenn wir alle ehrlich sind, haben wir etwas undefinierbar beeindruckendes erwartet und wurden nun eines besseren belehrt.

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