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Kajaktour auf der Wiesent

Der Tag fing voller Elan und Tatendrang an.

Jana weckte uns wie immer um 7 Uhr, was aber sehr gut war, weil wir sowieso noch Einiges zu tun hatten. Während Andi Frühstück und Proviant vom Bäcker holte, bügelte ich die Rummelshirts und packte Jana’s Rucksack. Die hatte nämlich ein Date mit Opa Günther, der sie in den Tiergarten ausführte und anschließend mit Bine, die sie ins Bett legte (vielen Dank!).

Nach dem Frühstück und dem Zusammenpacken unserer sieben Sachen ging es dann schon los nach Leyh um Jana abzugeben und die Anderen am bekannten und praktischen Sammelpunkt-Parkplatz des Mc Donalds zu treffen.

Alle waren wieder mal wunderbar pünktlich (na also geht doch 😉 ) und so konnten wir ohne Verzögerung zügig starten. Die Fahrt lief bis Ebermannstadt ohne Hindernisse und so zügig, dass ich schon dachte, wir wären eine halbe Stunde zu früh da. Wenn da nicht die Tücken der Navis gewesen wären:

Stefan’s (Leithammel Nr. 1) Navi schaffte es nur bis Ebermannstadt. Nachdem das Navi hartnäckig erklärte das wir das Ziel erreicht hätten, wir allerdings keine Boote, sondern nur einen freundlichen Feuerwehrmann sahen, fragten wir nach der Straße und bekamen die Anweisung in der Nähe zu parken und hinter dem großen Baum zu suchen. Am Parkplatz fragte uns Walter was wir hier machen, da sein Navi noch ne Strecke anzeigte und so gaben wir, zu unserem Glück, da Andi vermutlich nur die Büroadresse des Kajakverleihs eingegeben hatte und nicht den Übergabetreffpunkt, die Führung ab an Walter.

Sein Navi führte uns an ganz vielen großen Bäumen vorbei, kilometerweit nach Muggendorf. Es sah erst gut für ihn aus. Wir fuhren an der Wiesent entlang und sahen sogar schon ein paar Kajakverleihgeschäfte – nur nicht Unseres. Plötzlich bog unser Leithammel 2 scharf links ab und fuhr nen ziemlich steilen Berg hoch (weg vom Fluss), der sich auch noch als Sackgasse entpuppte. Somit hatte auch Navi Nr. 2 versagt und Tanja übernahm, ganz ohne Navi, aber mit einer mittelalterlichen Wegbeschreibung die Spurensuche.

Und wie so oft siegte mit Leitschaf Nr. 3 weibliche Intuition und rein logisches Denken (immer an der Wiesent entlang) über die Technik. Um kurz nach 10 Uhr kamen wir dann am Parkplatz in Doos an.

Hier warteten bereits 10 1er Kajaks auf uns. Leider waren Diese im Einstieg etwas klein und machten Einigen Probleme. Anita hatte Schwierigkeiten und auch Andreas mit seinen langen Beinen, mir drückte das Boot in die Oberschenkel, so dass ich mir schwer vorstellen konnte da stundenlang drin sitzen zu wollen und Stefan kam überhaupt nicht rein.

Kurz schien es fast so als müßten Einige von uns auf den Ausflug verzichten, bis wir auf die Idee kamen zwei 1er Kajaks gegen ein 2er Kajak mit sehr großer Öffnung zu tauschen, das Stefan und ich ruderten. Als das geklärt war, bekamen wir noch Schwimmwesten und eine kleine Einweisung. Der weise Mann riet uns erst 50m weiter Flußabwärts einzusteigen, da aber die Boote schwer, die Vorfreude groß und die Meisten von uns ja schließlich keine Anfänger mehr waren, ignorierten wir den Rat – zu unserem Nachteil.

Nachdem wir es nämlich in die wackeligen Kajaks geschafft hatten, waren wir schon den ersten Stromschnellen ausgesetzt, die Angst, Zusammenstöße und Reinfälle verursachten. Zuerst geriet Anita ins Straucheln, die von Tanja gestreift wurde, welche sich dann kurz darauf auch ins Wasser schmiß. Andreas, der den beiden Mädels helfen wollte, versuchte sein Kajak zu wenden, stellte sich quer und tauchte selber ein. Stefan und ich waren kurz nach Andi und hätten ihn ebenfalls fast gerammt und uns vermutlich auch zu den Nassen gesellte, konnten das aber – wie auch immer – in letzter Sekunde verhindern.

Nun galt es das herrenlose Boot, welches fröhlich auf der Wiesent trieb, wieder zu fangen und alle Kajaks zu entleeren. Nachdem das geschafft war, hatte Andreas noch das Problem, dass er noch 30m von seinem Kajak getrennt war, welches er wohl oder übel nur durch hinschwimmen wieder erreichte. Zum Glück waren die Temperaturen auch um kurz vor 11 Uhr schon sehr hoch, so dass unsere Durchnäßten nicht allzu sehr froren. Mehr Probleme machten Anita ihr Rücken und Tanja der Oberschenkel, wo die Beiden sich an Steinen angehaut hatten.

Nichtsdestotrotz ging die Fahrt weiter. Nur Melli war von nun an gar nicht mehr begeistert. Das Kajak ließ sich nicht so schön lenken wie das vom Kanu Schorsch und der Fluß war ihr auch zu wild und zu stressig. Wir kamen aber an dem Streckenabschnitt auch von einer Stromschnelle in die Nächste und so verließ Melli das Wasser bei der nächstbesten Gelegenheit nach knappen 2 Kilometern Fahrt bereits wieder. Stefan, der sie nicht allein gehen lassen wollte, ging auch mit und so fehlte mir als Kaptain des 2er Kajaks ein Matrose an Bord. Diesen Job übernahm Andreas, der sich nicht so recht meinem Kommando unterstellte, aber schön paddelte. 😉

Der Nächste der „oben ist unten“ spielte war Markus. Der stellte sich in einer Stromschnelle quer und wurde in den Fluß getunkt. Somit mußten wir wieder ein Boot entleeren und auf die Weiterfahrt warten. Der Rest meiner Fahrt war zwar nicht minder aufregend, aber ohne dramatische Tauchzwischenfälle.

Um 15 Uhr kamen wir nach ca. 8 gefahrenen Kilometern, die sich wie 16 anfühlten, zum 1. angebotenen Abholpunkt, einem Biergarten, in dem Melli und Stefan schon auf uns warteten. Dort machten wir natürlich eine kleine Rast und überlegten, ob wir die weiteren 6 Kilometer zum 2. Abholpunkt bis 17 Uhr (die Deadline des Kajakverleihs zur Abholung) noch schaffen würden und fahren wollten.

Die Meisten waren dafür, nur Tanja und ich waren der Meinung, dass man aufhören sollte wenn es am Schönsten ist und wir jetzt endlich mal wieder in eine trockene Hose schlüpfen wollen. Also zogen wir es lieber vor mit Melli und Stefan zurück zu den Autos zu fahren.

Die Anderen gingen wieder in ihre Boote. Für die Weiterfahrt gab es 2 Möglichkeiten. Entweder über ein ca. 2 Meter hohes Wehr fahren oder gleich erst unten einsteigen. Eigentlich dachte (glaub ich) erst Keiner ernsthaft daran runterzuspringen, als dann aber ein fremder Kajakfahrer es Walter vormachte, konnte der sich nicht mehr halten und versuchte es auch. Als Anita sah, daß ihr Mann heil unten ankam, konnte auch sie es sich nicht verkneifen und wagte den Sprung. Und sie hätte es auch fast geschafft, wenn sie unten nicht das Gleichgewicht verloren hätte und so doch in den Fluß getaucht wurde. Nach Anita versuchten es auch noch Andreas und Markus mit Erfolg. Unsere zwei Jüngsten wählten den sicheren Weg des unten Einsteigens, den ich vermutlich auch gewählt hätte.

Dann waren sie auf und davon und versuchten in einer guten Stunde die 6 Kilometer zu fahren. Vermutlich hätten sie es auch geschafft, wenn es nicht wieder einen wieviel-Wasser-paßt-in-mein-Boot-Test gegeben hätte. Markus stellte sich mal wieder in einer Stromschnelle an einem Stein quer und verkeilte sich. Was er auch versuchte er kam nicht vom Fleck, aber das Wasser in sein Boot. Dies hatte einen Verdrängungseffekt, so daß Markus nichts weiter übrig blieb als auszusteigen und zu versuchen das Kajak wegzuziehen. Da dort allerdings mittlerweile vermutlich 200 l Wasser drin waren, war auch dieser Befreihungsversuch vergeblich. Da die Zeit drängte, schlugen die Jungs den Mädels vor schon mal vorzupaddeln, um sie später wieder einzuholen.

Also machte sich Anita mit ihren beiden Cousinen auf den Weg zum Ziel. Die Jungs verbrachten noch viele Minuten damit, bis sie endlich das Boot abschleppen und an einer seichteren Stelle entleeren konnten. Dannach begannen sie mit der Aufholjagt zu den Mädels. Allerdings waren die schneller als gedacht, da sie nie hinter der nächsten Kurve auftauchten.

100 Meter vorm Ziel, das hinter einer Kurve lag, und von unseren Wiesentbezwingern nicht gesehen wurde, wollten Diese schon fast aufgeben, bis wir (die mit dem Kajak Abholdienst dort warteten) ihnen telefonisch versicherten, daß es nur noch wenige Meter bis zum Ziel seien. Also quälten sich Alle nochmal auf den Fluß und kamen erschöpft, aber glücklich mit einer 30 Minütigen Verspätung am Abholpunkt 2 in Muggendorf an.

Nachdem sich Alle umgezogen und so frisch wie möglich gemacht hatten, gingen wir zum verdienten Abendessen in ein deutsches Restaurant, das uns vom Kajakverleiher empfohlen wurde. Dort saßen wir entspannt im Freien und genoßen unser wohlverdientes und sehr leckeres Essen. Anschließend waren Stefan und Melli dann noch für heiße Liebe, was vermutlich daran lag, dass sie keinen Muskelkater hatten und, dass es ein Eisbecher war. 😉

Die schweren Arme und die schmerzende Schulter müssen wir heute wohl hinnehmen, aber das wird uns nicht abhalten es wieder zu machen und auf einem Fluß (vielleicht nicht unbedingt die Wiesent) zu paddeln.

Liebe Grüße Andi

–Du bist nicht angemeldet und kannst daher nicht alles sehen!–

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  1. schwopper

    Habs leider nicht eher geschafft, was zu schreiben.
    Leider war ich der volle Looser an dem Tag, nachdem ich ja nach knapp 2 Kilometer das Handtuch geworfen habe. Aber ich hatte einfach zu viel schiss bei den vielen und für mich starken Stromschnellen. Nichtsdestotrotz hatten Stefan (der sich liebenswürdigerweise dazu bereit erklärt hat, sich mit MIR die Zeit zu vertreiben, anstatt mit dem Kajak!!!)und ich einen schönen Tag an der Wiesent, bis unsere „angstlosen“ Mitgefährten ihre Kajaktour beendet hatten!
    Hoffe für Stefan und natürlich auch für mich!, dass wir vielleicht noch diesen Sommer bzw. nächsten Sommer auf der Vils (wird das so geschrieben?) eine Kajakfahrt starten.
    Liebe Grüße
    Melli

  2. Also ich wäre auf jeden Fall dabei, auch wenns für die Wiesenterprobten wohl langweilig wird. 😉

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