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Unsere Tage in Dahab, Ägypten

Tag 1 (Donnerstag, 29.05.08) „Lisa legt die Ohren an“

2.00 Uhr soll der Wecker klingeln. Ich wache vorher totmüde auf, weil ich auf die Toilette muß, und bete, daß es erst 0.00 Uhr ist. Ein kurzer Blick auf den Wecker zerstört allerdings alle Hoffnungen, denn dieser zeigt 1:55 Uhr. Ok, also aufstehen, meine zwei Lieben aufwecken und anziehen. Kaum war das geschehen, klingelte auch schon mein Vater, der uns netterweise mitten in der Nacht zum Flughafen fuhr.

In waiser Vorraussicht hatten wir die Koffer schon beim Vorabend-check-in zum Flughafen gebracht und mußten uns jetzt nur noch um das Handgepäck kümmern. Päße, Geld, Handy und natürlich Jana’s Puppe Lisa. Diese wurde bei der Flughafenkontrolle besonders unter die Lupe genommen und sogar nach Sprengstoff untersucht. (Wir gehen jetzt mal nicht davon aus, daß das an der Hautfarbe lag 😉 ).

Im Flugzeug teilten sich dann Lisa und Jana einen Sitzplatz und waren beide sehr brav. Zu meiner großen Überraschung lief im Bord-TV „PS: Ich liebe Dich“. Eigentlich wollte ich den Film ja mit Melli anschauen, aber nachdem ich nicht schlafen konnte und einfach zu viele Bildschirme im Flugzeug hängen um wegzuschauen, hab ich mich dem Schicksal gebeugt und den Film angesehen. Ich muß aber sagen, daß er mir bei Weitem nicht so gut gefallen hat wie unser Alternativprogramm „Solange Du da bist“ und es somit wohl eher die Fügung des Schicksals war, daß „PS: Ich liebe Dich“ damals nicht in der Videothek vorhanden war.

Bei der Landung bekamen wir ganz Angst und zwar nicht, weil der Pilot zu schnell runter ging, der machte Alles zu unserer Zufriedenheit, nein Lisa sah plötzlich ganz komisch aus. Ihr Gesicht war nicht mehr rund, sondern länglich und die Ohren 2 cm tiefer im Gesicht als sonst. Vielleicht sollten die bei Zapf mal Puppen mit Druckausgleich erfinden, oder Warungen rausgeben, da diese Verformung schwere Alpträume bei führsorglichen Puppenmüttern hervorrufen kann. Zum Glück war aber nach einer Stunde Boden unter den Füßen alles wieder gut und auch beim Heimflug passierte es nicht nochmal. Leider hatten wir keinen Foto dabei, der war im Koffer, denn das wäre echt sehenswert gewesen.

Wir kamen wie geplant nach 4 Stunden Flug um 9 Uhr (eine Stunde Zeitverschiebung) am Flughafen Sharm el Sheik an. Hier wäre auch alles schnell und reibungslos verlaufen, allerdings vergaß der Tui-Mann (der das Visum für uns beantragt hatte) Andreas einen Aufkleber in seinen Paß zu machen und so mußten wir mit klopfendem Herzen das Mißverständnis klären und konnten dann unsere Koffer holen. Der Bus zum Hotel stand praktischerweise unter einer großen Tui-Fahne und war somit schnell gefunden.

Die Fahrt war sehr rasant, mit viel Hupen und Bleifuß. Dafür schafften wir die 90 km nach Dahab, bei sehr wenig Verkehr auch in einer knappen Stunde. Im Hotel „Iberostar Dahabeya“ wurden wir sehr freundlich von einer schweizer Reiseleiterin empfangen und da unser Zimmer schon fertig war, durften wir es gleich beziehen. Hier stellten wir allerdings nur die Koffer ab, sprangen schnell in unsere Badesachen und dann ging es ab ans Meer.

Dieses war total klar, am Anfang ganz durchsichtig, dann türkis und schließlich blau. Und es war erstaunlich kalt, aber wahrscheinlich lag diese trügerische Empfindung daran, daß es Außen so warm war. Mindestens 37 Grad mit heißem Wüstenwind. Ich schätze das Meer hatte eigentlich warme 27 Grad. Der Süßwasserpool war vermutlich 2 Grad kälter, aber wenn man mal drin war super erfrischend.

Nachdem wir ziemlich müde von dem schon sehr langen Tag waren, gönnten wir uns am Nachmittag einen langen Mittagsschlaf und konnten direkt danach zum Abendessen gehen. Das Essen überraschte mich Skeptiker sehr positiv. Es war zwar keine riesige Auswahl, aber wir hatten jeden Abend ein anderes Motto und Mittags zu den Basics wie Nudeln beim Frontcooking und Salat immer andere Gerichte (keine aufgewärmten Sachen oder offensichtliche Resteverwertung vom Vorabend). Andi war von der riesigen Süßspeisenauswahl so begeistert, daß er die ersten 5 Tage noch den Ergeiz hatte Alles einmal probieren zu wollen. Ab dem 6. Tag aß er komischerweise gar keine Süßspeisen mehr und auch sonst ein bißchen weniger. Woran das nur lag. 😉

2. Tag „Unglaubliche Fahrt“

Am Freitag war die Tui typische Infoveranstaltung, an der sie ihre Ausflüge anpreisen. Da wir eigentlich einen Schnorchelausflug erwarteten, gingen wir hin. Allerdings verwies uns die freundliche Tui Angestellte nur an die am Strand vorhandene, von Deutschen geführte (wie praktisch 🙂 ) Tauchschule. Alle anderen Ausflüge hörten sich ziemlich staubig an, da sie entweder mit dem Jeep in die Wüste gingen, oder in stundenlangen Busfahrten nach Kairo oder Saudi Arabien führten. Nicht wirklich was für uns mit Jana.

Also führte uns der nächste Weg zur Tauchschule. Sie fuhren jeden Vor- und Nachmittag mit ihren Tauchern zu einem Riff und boten Schnorchlern für 8 € p.P. die Mitfahrt an. Da sich das sehr gut anhörte, schrieben wir uns gleich für den Nachmittag ein. Pünktlich um 14 Uhr fanden wir uns bei der Tauchschule ein und dachten, bis kurz vor der Abfahrt noch, daß wir mit dem Boot zum Riff fahren würden. Umso mehr wurden wir überrascht, als wir unser Gepäck auf einen Jeep aufladen und mit dem Zweiten mitfahren sollten.

Der hatte hinter dem Fahrer zwei Bänke auf denen wir fünf Taucher und Schnorchler Platz nahmen. Dass dieses Auto ansprang verwunderte mich sehr. Es wurde wirklich nur noch vom Rost zusammengehalten und im Innenraum funktionierte bis auf die Pedale, das Lenkrad und natürlich das Radio gar nichts mehr. Der Tacho war bei 250.000 km stehen geblieben, die Frage war nur, wie lange er da schon so stand. Es fehlte die komplette Innenverkleidung, Kabelenden hingen überall herum und die Türen wurden von Schiebern zugehalten. Der Fahrer war typisch arabisch mit Kopftuch gekleidet und sah irgendwie bedrohlich aus.

Vielleicht entstand der Eindruck auch weil unser deutscher Tauchlehrer mit dem anderen Jeep und der Ausrüstung mitfuhr und uns alleine ließ. Diese trüben Gedanken hatte natürlich wieder mal nur ich. Andi genoß die holprige Fahrt, vorallem als es plötzlich von der asphaltierten Straße weg in die Wüste ging. Kurz: wir fuhren also in einem Auto, daß eigentlich gar nicht mehr fahren dürfte und vom Tüv garantiert vor 10 Jahren schon verschrottet worden wäre, über Straßen die gar keine waren und Andreas war in seinem Element. Nach ca. 30 Minuten waren wir voll durchgeschüttelt am Ziel: einen Strand mit Korallenriff.

Allerdings waren meine Nerven etwas angespannt und Jana litt nach dem anstrengenden Anreisetag immer noch an Schlafmangel, so daß wir beide das gar nicht genießen konnten. Nach einer Stunde kamen die Taucher wieder nach oben und während die ihre Sachen einpackten, sprach der Ägypter uns, bzw. Jana an. Wie sich herausstellte, war er auch Vater eines dreijährigen Jungen, er zeigte uns sogar Bilder auf dem Handy, und war echt sehr nett. Der Heimweg gefiel mir dann etwas besser, da er auch über mehr asphaltierte Straßen führte. 😉

Tag 3 „Bagger?!“

Am Samstag erholten wir uns dann erstmal von unserem Wüsten-Schnorchel-Erlebnis. Allerdings blieb auch hier der kleine Schrecken nicht aus. Die Familienzimmer zeigten zur Bergseite, zur Straße. Dies war uns schon bekannt und ansich kein Problem, da zwischen der Straße und unserem Balkon nochmal 50m Garten und eine Hecke waren.

Was allerdings nicht so schön war, daß wir plötzlich Baustellenlärm und -fahrzeuge auf der Straße entdeckten. Zum Glück stellte sich aber heraus, daß das nur eine Eintagesbaustelle war. Puh – nochmal Schwein gehabt. 🙂

Tag 4+5 „Glasaugenboot vs. Yacht“

Am Sonntag liefen wir etwas den Strand entlang und entdeckten das „Glasaugenboot“. Das war ein Boot mit gläsernen Boden, das über ein großes Korallenriff namens Napoleonriff fuhr und somit auch Wasserscheuen die Unterwasserwelt zeigte. Als Schorchler durfte man sogar 30 Minuten am Riff ins Wasser.

Dies ließen wir uns natürlich nicht entgehen, holten unsere Schorchelausrüstung, zahlten 9 € pro Erwachsenen und fuhren mit. Das war wirklich ein schöner Ausflug. So nah wie das Boot hätten wir uns nie an die Korallen getraut, die bis 30 cm unter die Wasseroberfläche wuchsen. Das Schnorcheln danach machte, auch trotz starker Strömung, sehr viel Spaß und ergibt hoffentlich ein paar nette Unterwasserbilder.

Der 1 1/2 stündige Ausflug hatte uns so gefallen, daß wir gleich für den nächsten Tag einen Halbtagesausflug auf einer Yacht mit Anfahrt auf zwei Korallenriffe für 25 € p.P. buchten. Pünktlich um 9:15 Uhr -für den Urlaub viel zu früh- waren wir am Treffpunkt. Allerdings waren wir allein. Erst 15 Minuten später -hmpf, die hätten wir noch länger schlafen können- kam der Organisator und die restlichen Teilnehmer (Russen und Engländer) trudelten sogar noch später ein.

Dann ging es mit einem Schnellboot, das schon bessere Tage gesehen hatte, auf eine Yacht, die erstaunlicherweise fast neu war. Wir setzten uns natürlich ganz hoch und genossen das Yachtfeeling. Dann ging es irgendwie ziemlich langsam los. Erst dachten wir das wäre zur Vorsicht wegen der Surfer, aber dann kamen wir zu dem Entschluß, daß die Yacht wohl mit einer Schraube etwas untermotorisiert war.

Das erste Ziel war wieder das wunderschöne Napoleonriff. Hier konnte eine ganze Stunde geschnorchelt werden, wobei Andi und ich uns abwechselten, da Jana nicht mit ins Wasser wollte. Das zweite Riff das wir ansteuerten war das was wir auch mit dem Jeep besucht hatten. Diesmal war aber die Anfahrt wesentlich entspannter und durch den Sprung von der Yacht kamen wir an andere Stellen, so daß ich es richtig genießen konnte und schön fand.

Als wir wieder im Hotel waren schafften wir es zum Glück noch zum Mittagessen, welches wir mit Heißhunger und Durst dankbar annahmen. Anschließend schlugen wir unsere Lager am Pool auf, wo Jana mittlerweile mit Schwimmbrett und Flossen durchs Wasser schoß, ich würde sogar behaupten schneller als manch anderer schwimmt. 😉

Tag 6 „Wer bin ich? Und wenn ja, wieviele?“

Den Dienstag verbrachten wir wieder faul im Hotel. Ich schaffte es sogar ein ganzes Buch komplett zu lesen. Es hieß „Für jede Lösung ein Problem“ und war sehr amüsant und spritzig geschrieben. Den interessanteren Buchtitel hatte allerdings mein Nachbar „Wer bin ich? Und wenn ja, wieviele?“ Es handelte sich anscheinend um ein Psychosachbuch, das sich allerdings nicht ganz so ernst nahm und zumindest dem Titel nach interessant klingt.

Tag 7 „Manta, Manta“

Am vorletzten Tag beschlossen wir nochmal mit einem Glasaugenboot, diesmal mit einem Kleineren für 5 € p.P., zum Napoleonriff zu fahren. Hier trafen wir auf einen Ägypter der in Deutschland lebt und 4 Monate im Jahr nach Ägypten fliegt und hier im Geschäft seines Freundes mithilft. Dieser konnte uns Einiges erzählen, z.B. über die Wasserpipeline von Sharm el Sheik nach Dahab, oder daß es hier nur 6 Tage im Jahr regnet. Das Riff war wie immer wunderschön, allerdings trieben ein paar Plastiktüten im Meer herum, was natürlich nicht so toll war.

Kurz bevor wir wieder heimfahren wollten, sahen wir einen rießigen Rochen unter Wasser. Der mußte anscheinend selten oder besonders groß gewesen sein, da selbst die Einheimischen ganz verzückt „Manta, Manta“ riefen und versuchten ihn mit dem Boot zu verfolgen. Nach 15 Minuten gaben sie das allerdings auf und wir fuhren doch wieder zum Strand. Schade nur, daß wir keine Kamera dabei hatten.

Tag 8 „Bye, Bye“

Am Donnerstag verabschiedeten wir uns wieder vom „Iberostar Dahabeya“. Zusammenfassend ist zu sagen, daß der Ägyptenurlaub mich wirklich überrascht hat. Befürchtet hatte ich, aufgrund von Erzählungen, mittelmäßig bis schlechtes Essen, arrogante Angestellte und Durchfall. Bis auf Letzteren, der aber hauptsächlich Andi betraf, der sich die halbe Woche von „Oriental Dish“ mit Linsen und Bohnen ernährte, ist nichts von dem eingetroffen.

Wir hatten mit unserem Hotel einen glücklichen Griff getan, denn das Essen variierte täglich (Mittags- und Abendbuffet) und sogar bei den zahlreichen Nachspeisen, gab es fast keine Wiederholungen und alles was wir probierten schmeckte wirklich fein.

Das Getränkepersonal war die ersten beiden Tage etwas langsam und wir schoben es schon darauf, da es sowohl AI als auch HP Gäste gab und die HP Gäste wohl bevorzugt behandelt würden. Allerdings waren die Kellner bei denen genauso langsam und anscheinend hatten sich welche beschwert, denn ab dem 3. Tag funktionierte wieder alles superschnell.

Natürlich schadet ein bißchen „Bakschisch“ dem reibungslosem Verlauf auch nicht. Meine Empfehlung wäre sowieso ca. 20 Eindollarscheine mitzunehmen und diese ab und zu zu verteilen. Im Zimmer hatten wir am 2. Tag 5 € hingelegt und am Abend hatten wir Zimmerhandtuchdeko der schönsten Art auf dem immer sehr sauberen Zimmer.

Es arbeiteten nur Männer in dieser Anlage (bis auf die zwei deutschsprachigen Gästebetreuerinnen). Bestimmt um die 100 für die nur 120 Zimmer!! Die eine Hälfte bediente, während die Anderen ständig am Putzen, Gärtnern, Zimmer machen waren, so daß die Anlage immer top gepflegt und sauber war – sogar die Toiletten am Pool!!

Die Ägypter sind total kinderfreundlich und hatten es ständig auf Jana abgesehen. Die lernte in diesem Urlaub sogar mal auf Grüße zu antworten, kein Wunder bei der Häufigkeit an Übungsmöglichkeiten. *g* Sie bekam sogar zwei Liebeserklärungen und die Konkurrenten stritten sich förmlich, wer an unserem Tisch das Geschirr abräumen durfte. 😉

Das Hotel ist auf jeden Fall empfehlenswert. Das Einzige was zu bemängeln wäre ist, daß das Korallenriff so weit weg war und es am Strand nur vor Surfern und nicht vor Fischen wimmelte – obwohl trotzdem Einige vorhanden waren. Durch die preiswerten Ausflüge sind wir allerdings dennoch auf unsere Schnorchlerkosten gekommen und können uns nicht wirklich beschweren. Trotzdem ist es gut wieder daheim zu sein. Da ist es halt doch am Schönsten. 🙂

Liebe Grüße, Andrea

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  1. Heike

    Schön, dass ihr wieder gesund zurück seit.
    Na wie es sich so an hört, war es ein traumhafter Urlaub.
    Da bekommt man doch glatt Lust auf MEER! 😉

    Bis bald
    LG Heike

    PS: @Andrea: Ich habe dir doch gesagt, das „PS: Ich liebe Dich“ nicht so toll ist!

  2. schwopper

    Wenn ich gewußt hätte, dass du dir „PS:Ich liebe Dich“ alleine im Flugzeug anschaust, dann hätte ich dir keine „Gute Reise“ SMS nachts um 3 Uhr geschickt, sondern gemütlich weiter geschlafen 😉

    Und deinen Wink, dass Jana wohl schneller schwimmt als manch anderer, habe ich auch zur Kenntnis genommen 👿 Wie heißt es so schön: wenn man solche Freunde hat, dann braucht man keine Feinde mehr 😛

    Bin aber wirklich froh, dass ihr wieder da seid 😀

    LG Melli

  3. schwopper

    @ Andi: wo ist eigentlich ein Panoramabild? :mrgreen:

  4. Die war aber voll süß die SmS und wir haben uns wirklich gefreut. Ich kann doch nix dafür, daß Air Berlin ausgerechnet diesen Film zeigt. 😥 Aber glaub Heike und mir sooo toll ist der nett. Hast quasi nix verpaßt.

    Wir sind auch gerne wieder daheim. 😀

  5. @Melli: sind schon in Arbeit

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