Diesen „Sommer“ lief auf RTL eine neue Casting Show. Das neue Konzept sah vor, dass man mit der App auf seinem iPhone live über den Gesangsakt abstimmen sollte. Hatte dieser über 75% der Stimmen, kam er in die nächste Runde. Natürlich gab es auch 4 Prominente Experten, die mit je 5% abstimmen konnten. Allerdings war ihre Macht mit zusammen 20% sehr gering, da etliche Kandidaten die 4 Jas hatten, es nicht schafften auch noch 55% der Zuschauer für sich zu gewinnen und so ausschieden. Trotzdem war ich froh, dass es diese Jury gab, da unter ihnen ausser Sascha, Gentleman, Joy Deelay auch Anastacia war.

Dies war natürlich für mich ein Grund an einem Showsamstag nach Köln zu fahren, um nicht nur auch in der Jury zu sitzen, sondern auch um Anastacia vor dem Hyatt zu besuchen. Am Samstag morgen um 9:30 ging mein Zug nach Köln. Zum Glück musste ich nicht umsteigen, da wir 20 Min Verspätung hatten und ich so nicht auf glühenden Kohlen sitzen musste und bibbern ob ich meinen nächsten Zug erwische. Eigentlich hätte die Zugfahrt so ganz relaxt ablaufen können, wenn mir nicht in der Mitte bewusst geworden wäre, dass mein mobiler Akku plötzlich kaputt war (die Woche davor ging er noch) und ich mich darauf verlassen hatte und deswegen leichtsinnigerweise mein Ladekabel daheim liegen gelassen hatte. Angsterfüllt betrachtete ich die schwindenden Prozentzahlen der Akkuanzeige, da ich vollkommen abhängig von meinem Iphone war. Hier war die Adresse des Hotels, die Bestätigung, der Weg dorthin, meine Musik, mein Buch, meine Telefonnummern, einfach alles gespeichert was ich zum zurechtfinden in der fremden Stadt benötigte. Da es Steckdosen im Zug gab, ärgerte ich mich tierisch mein Kabel daheim gelassen zu haben und rannte vor Aufregung erstmal auf die Toilette. Nach einer Weile fiel mein Blick auf einen Mitfahrer mit einem Iphone 5 und ich fasste all meinen Mut zusammen und fragte ihn einfach, ob er sein Ladekabel dabei hätte und ich es mir ausleihen könnte solange wir noch zusammen im Zug fuhren. Etwas überrumpelt gab er es mir und ich konnte erleichtert zumindest wieder auf 75% laden, bis er aussteigen musste und ich auch schon fast da war.

Ich kam um 14 Uhr in Köln am Hauptbahnhof an und nahm Kontakt mit Nati auf, die schon mit Nina, Rita, Andrea, Daniela und Lisa bequem in dem Biergarten vor dem Hyatt Hotel saß. Die Strecke dorthin konnte man laufen, wenn man wußte wohin. Ich navigierte mich mit dem Iphone in die richtige Richtung und wurde mal wieder darin bestätigt, dass es goldwert war. Als ich ankam wurde ich herzlich begrüßt und die Mädels erzählten mir, dass sie schon seit Mittag da waren, Anastacia das Hotel aber noch verlassen hatte. Ich verschnaufte noch kurz und da sahen wir schon Guido, Anastacias Manager. Der teilte uns allerdings mit, dass sie keine Zeit habe, wenn dann nach der Show und er nur Bilder für Autogramme einsammeln würde, ihr innen zum unterschreiben geben und uns wieder rausbringen würde. Mir war das ganz recht, da ich zwei Autogramme für Anna-Lena und Nina besorgen sollte und so gab ich die Fotos mit Post it ab. Kurze Zeit später kam Guido wieder und brachte uns die Bilder. Hinter ihm verließ Anastacia das Hotel, lief aber am Auto vorbei und kam zu uns. Hierfür erntete sie einen verzweifelten Blick von Guido, der sich noch steigerte, als sie auch noch anfing mit uns Quickiefotos zu machen. Trotzdem war sie ganz schnell wieder weg, aber ich hatte die Autogramme und ein Foto und war schon happy.

Da wir noch ein bisschen Zeit hatten und ich im Hotel noch einchecken musste, gingen Nina (die im selben Hotel war) und ich in unser Hotel. Unterwegs kaufte ich mir am Hauptbahnhof noch ein Ladekabel und hatte somit dieses Problem auch gelöst. Das Zimmer war in einer ziemlichen Absteige und roch staubig, aber ich hielt mich nicht lange hier auf und fuhr mit Nina im Taxi zum Fernsehstudio. Hier mussten wir um 18 Uhr unsere Karten abholen, obwohl die Liveshow ja erst um 20:15 begann. Wir standen uns also fast zwei Stunden die Beine in den Bauch, bevor wir auf unsere Sitzplätze durften. Da ich in her Backupjury war, die dafür da war Prozentzahlen zu liefern, falls die Technik versagte, waren wir in einem extra Raum und sahen uns die Show neben dem Studio von der Leinwand aus an. Bei einem Gesangsakt mussten wir aufstehen und uns in die Mitte stellen, wenn wir dafür waren ob er weiter wollte. Wir mussten also was tun und bekamen hierfür etwas zu trinken, ein Minitwix und einen Komparenvertrag mit 20€ Vergütung. Rückblickend hätte ich lieber die 15€ Eintritt gezahlt und wäre als Zuschauer ins Studio aber danach ist man immer schlauer.

Nach der Show beeilten wir uns um vor Anastacia beim Hyatt anzukommen und warteten dafür wieder eine Stunde vor den Toren. Dann kam sie und ging freudig auf uns zu. Da sie noch ihre Sachen aus der Fernsehshow anhatte, hatte sie sich Guidos Blazer übergeworfen und unterhielt sich mit uns hauptsächlich über Rising Star. Wir machten noch mal Fotos und sagten dann Gute Nacht. In unser Hotel konnten wir zum Glück wieder laufen und so kam ich um ca. 1:20 Uhr dort an. Das Bett roch immer noch nach Staub, aber ich war zum Glück müde genug um nicht lange darüber nachzudenken. Um 7:30 Uhr weckte mich die Sonne und ich packte meine wenigen Sachen und lief zum Hauptbahnhof um hier zu Frühstücken. Da der Zug nach Hause über 100€ gekostet hätte, bevorzugte ich dieses Mal den Fernreisebus und probierte diese Art des Reisens mal aus. Es war eigentlich kein großer Unterschied, nur dass ich dieses Mal zwar ein Ladekabel hatte, aber keine Steckdosen sah. So hatte ich wieder die sinkende Akkuanzeige im Auge, als ich mit dem iPhone Musikhörte und damit las. Der Bus brauchte insgesamt mindestens eine Stunde länger, kostete aber auch nur 19€ und nachdem ich beim Aussteigen auch die Steckdosen gefunden hatte, beschloss ich diese Art des Reisens öfter mal in Erwägung zu ziehen. Am Sonntag Nachmittag kam ich dann ziemlich kaputt, aber stolz auf meine Abenteuerlust in Nürnberg an und ich werde es wieder tun. 😉

Eure Andi

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