Am Montag war es endlich soweit und das verschobene Anastacia Konzert in München fand statt. Geplant war, dass Betti zwischen 8 und 9 Uhr zu mir kommt und wir dann mit dem Zug nach München fahren würden. Um 8:20 Uhr rief sie mich an, dass sie in Erlangen im Stau stünde, was zu dieser Uhrzeit ja fast normal war. Eigentlich hatten wir ja noch frühstücken wollen, waren dann aber froh uns diesen Puffer von fast einer Stunde eingebaut zu haben. Um 8:50 Uhr wurde ich dann doch etwas nervös und rief sie nochmal an, um zu fragen wie weit sie gekommen war. Aber es ging nur der AB ran. Das machte mich nun richtig fertig. Ich sah sie schon im Strassengraben liegen und wußte nicht was ich jetzt tun sollte: warten? wie lang? alleine mit dem Zug fahren, der ja schon komplett bezahlt war? Schließlich fiel mir noch ein, dass Betti alle sechs Konzertkarten hatte und Stefan, Steffi, ich, Babs und Dagi, die schon in München waren, ohne sie gar nicht reinkämen. Panisch rief ich nochmal an, aber hatte wieder nur den AB dran. Um 9:10 erlöste mich schließlich das Klingeln der Haustür. Betti war da – unversehrt. Ihr Handy hatte sich aufgehängt und keinen Empfang mehr, das konnten wir aber nach einem Neustart wieder beheben, aber das war natürlich wieder der richtige Moment für so was. Aufgelöst sprinteten wir zurück in ihr Auto und fuhren nach Anwanden zur sBahn, die erwischten wir just-in-time und konnten uns auf dem Weg zum Nürnberger Hauptbahnhof langsam etwas von unserem Schock erholen.

Am Hauptbahnhof angekommen sollten wir 20 Minuten zum Umsteigen in den ICE nach München haben. Allerdings lasen wir an der Tafel, dass dieser Zug ausfallen würde und wir den 30 Minuten später nehmen sollen. So war der ganze Nervenkrieg und die Hetzerei umsonst gewesen und dies bestätigte mal wieder meinen Entschluss nur Bahn zu fahren, wenn man nicht umsteigen muss. Gezwungenermaßen kauften wir uns also noch einen Kaffee und warteten fast eine Stunde, immerhin im Warmen und auf bequemen Sesseln. Dann ging es los und eine Stunde später, um 11:30 Uhr, waren wir mit 30 Minuten Verspätung am Münchner Hauptbahnhof. Stefan, der mit dem Auto aus Kassel kam und uns abholte, hatte durch Stau auch genau diese 30 Minuten Verspätung und so musste keiner auf den anderen warten und wir wußten wieder warum dies geschehen war. Praktisch gleichzeitig kamen wir am Parkplatz an und fuhren mit Stefan weiter zum Kesselhaus. Zum Glück telefonierte ich mit Babs, die uns den Weg wies, weil wir sonst die Ruine, die den Eingang bildete, komplett verfehlt hätten. Das als Eingang zu identifizieren war aber auch schwer. Abends war es dann für die Normalsterblichen beleuchtet. 😉 Wir wurden sehr herzlich empfangen und freuten uns über die bekannten Gesichter.

Unser Auto konnten wir direkt vor der Halle parken, was praktisch war, da wir unsere Sachen dort drin lassen konnten und nur das rausnehmen, was wir wirklich brauchen. Es gab sogar eine Toilette, was echt Luxus ist und mich sehr freute. Das Wetter war ein Traum und versüßte uns das Warten, bei strahlend blauem Himmel in der Sonne war es gar nicht kalt. Andi hatte mir einen Karton besorgt, den man zum Sitz umbauen konnte und viele hatten Wasserkästen dabei und so war das Warten schon fast luxuriös und fühlte sich eher wie chillen auf einer Skihütte an. Kalt wurde es erst ab 16 Uhr, da dann die Sonne hinter der Mauer verschwand, aber ab 17 Uhr kamen so viele Leute, die sich komischerweise so eng anstellten, dass zwar blöderweise das gedrängelt schon anfing, wir aber in der Masse doch wärmer standen. Beim Warten gesellte sich ein Reporter einer Metalzeitung zu uns, der eigentlich wegen der Vorgruppe Fyre da war und sich notgedrungen das Anastacia Konzert auch gab, aber sich nicht so viel davon versprach. Wir klärten ihn auf, erzählten ein paar unserer Erfahrungen und waren gespannt auf seine Meinung nach dem Konzert.

Der Einlass war katastrophal organisiert. Die Leute standen im Trichter an und drängelten sich durch eine normale Tür. Das man das mit Gittern besser managen kann, zeigte sich später in Köln, da können sich die Münchner ein paar Scheiben abschneiden! Ich ließ Stefan vor, weil er mir versprach ganz schnell zu rennen und für mich mit zu reservieren. Dieses System hatte auch mit Andi schon gut funktioniert und so ließ ich mich bedenkenlos darauf an. Als ich am Einlass vorbei war und gerade sprinten wollte, sah ich Stefan vor mir schlendernd die Halle anschauen und dachte, der spinnt ja, schlug im auf die Schulter und sagte er soll rennen. Er erwachte erschrocken wie aus einer Trance und fing an zu laufen. Wir schafften es beide in die erste Reihe, weil die anderen sich sehr breit aufgestellt hatten, aber die Aktion wird er sich wohl noch ein paar Mal anhören dürfen. 😉

Die Bühne war sehr schmal und demnach auch die erste Reihe. Das Kesselhaus von innen sah richtig gut aus. Mit abgehängten Kerzenleuchtern und einem alt-modernen Sandstein-Glas-Metall-Mix. Insgesamt eine sehr schöne Location. Die Vorgruppe Fyre kannte ich schon von Amsterdam, die haben eine quirlige Frontfrau und rocken richtig. Die Stimmung im Publikum war schon grandios. Dann kam um Punkt 21 Uhr Anastacia. Auch sie hatte das Programm aus Amsterdam nicht geändert, was ich aber als positiv empfand, weil ich die Setlist echt spitze finde. Ein Highlight ist immer die Fragerunde, in der sie wirklich Alle zum lachen bringt. Wir in der ersten Reihe, die bekannten Gesichter, bekamen wieder viele Aufmerksamkeiten, wie Augenzwinkern, Winken und tiefe Blicke in die Augen. Das Konzert machte unheimlich viel Spaß und die Stimmung war super, wir hüpften, tanzten, klatschten und sangen. So verflogen die knapp zwei Stunden und mit „I’m Outta love“ in der Zugabe war es leider wieder vorbei. Beim Rausgehen ging ich nochmal auf den Reporter zu und fragte ihn was denn nun seine Meinung sei. Seine Augen strahlten und er war ganz begeistert von der offenen, echten, herzlichen Anastacia, die übrigens nichts mit ihren Lippen hat machen lassen, wie er nun selber sah. Das ging runter wie Öl und ich freute mich über das positive Resümee. Das muss man einfach mal live erlebt haben, um das zu glauben.

Nach dem Konzert verabschiedeten wir uns von den Redshirts, wobei wir die meisten nochmal im Januar wieder sehen würden. Dann fuhren Betti und ich mit Stefan zu mir heim, wo wir alle drei ca. 4,5 Stunden schliefen.

Fortsetzung folgt… zum Glück 🙂
Eure Andi

–Du bist nicht angemeldet und kannst daher nicht alles sehen!–