Die letzten paar Tage in Wien, standen irgendwie unter dem falschen Motto, denn das Lied „Get the hell out“ ist keins von Anastacia, weswegen wir eigentlich da waren, sondern von ihrer Vorgruppe Fyre. Trotzdem bekamen wir es nicht mehr aus den Ohren und der Satz fiel ähnlich oft wie das Wort Gööln letzte Woche. Doch nun von vorne:

Am Dienstag war ich noch brav in der Arbeit, doch ab 12 Uhr wurde ich dann langsam nervös und um 12:30 Uhr holte ich Andi von der Datev ab und er brachte mich zum Busbahnhof. Dort stieg ich dann in den Fernbus, der unschlagbar günstig war und mich in 7 Stunden nach Wien brachte. Auf dem Weg machten wir drei Mal Halt: in Regensburg, Deggendorf und nach drei Stunden Fahrt auch in Passau. Hier stieg Stefan ein und mit ihm vergingen die restlichen vier Stunden wie im Fluge.

Um kurz nach 20 Uhr sind wir angekommen und gleich in die U Bahn Richtung Hotel gehüpft. Dies fanden wir zum Glück auch sehr schnell und konnten unsere Taschen abstellen. Das Zweibettzimmer im Kaiser23 war schmal und lang, klein aber sauber und für die zwei Nächte völlig in Ordnung. Da wir noch eine Kleinigkeit essen wollten, zogen wir nochmal los in die Einkaufsstrasse und entschieden uns für Hähnchen im Kentucky Fried Chicken. Danach machten wir auf dem Weg zu unserem Hotel noch einen kleinen Umweg und schauten uns noch die Wiener Stadthalle an, in der das Anastacia Konzert am Mittwoch stattfinden sollte. Um die Halle herum waren viele Poster ausgestellt. Leider bekamen wir auch nach mehreren Versuchen keines davon ab und gingen so ohne Poster und mit ganz viel Vorfreude in unser Hotel.

Am nächsten Morgen schliefen wir gemütlich aus und machten uns dann zu Fuß auf in die Wiener Innenstadt. Das waren zwar ein paar Kilometer, aber der Weg durch die Einkaufsstrasse und Parks war sehr schön, der Himmel strahlend blau und so machte die Sightseeingtour viel Spaß. Mittags besichtigten wir dann den Stephansdom und trafen uns anschließend mit 14 anderen Mitgliedern des Anastacia Fanclubs. Im Fieglmüller genossen wir alle ein Wiener Schnitzel und ließen es uns gut gehen. Am späten Nachmittag fuhren wir mit der U Bahn zur Stadthalle und gingen in der Bar noch etwas trinken. Um 19 Uhr durften wir dann in die Konzerthalle und konnten unsere Plätze in der ersten Reihe einnehmen. Die waren zwar ganz am Rand, aber immerhin ganz vorne. Diesmal konnten wir uns vor dem Konzert auch frei bewegen und uns noch ein T-Shirt kaufen. Die Zeit verging schnell und schon waren Fyre auf der Bühne. Stefan und ich schrien ganz laut Get the hell out, was an diesem Tag sowieso fast jeder dritte Satz war und Babs und Dagi stiegen mit ein. Die Frontfrau war begeistert von dem Feedback und lud Stefan gleich auf die Bühne ein, da das allerdings der einzige Satz aus dem Lied war den er kann, lehnte er dies dankend ab.

Kaum dass Anastacia auf der Bühne war, begrüßte sie uns einzeln mit Handzeichen, Winken und Augenzwinkern. Leider gefiel den Leuten hinter uns nicht, dass wir aufstanden und sie zwangen uns uns wieder hinzusetzen. In dem Moment fiel mir auch München 2009 wieder ein und wieso ich mir vorgenommen hatte Sitzplatzkonzerte zu boykottieren. Das Publikum teilte sich in die Langweiler, die sich über das Stehen und Kreischen beschwerten und in die die einfach von ihren Plätzen ganz hinten aufstanden und sich vor die erste Reihe stellten, was natürlich auch nicht ging. Insgesamt war eine unheimliche Unruhe im Saal, was ich so noch nie erlebt hatte. In der Mitte des Konzertes flüchtete ich zu Babs, die im Gang stehen und fotografieren durfte und stellte mich hinter sie. Jetzt war Stefan noch allein auf seinem Platz und sah etwas gelangweilt aus, also fragte ich Babs, ob er sich auf ihren ungebrauchten Sitzplatz neben mich setzen könne. Er freute sich über das Angebot weg von den Idioten zu kommen und so konnten wir zumindest die zweite Hälfte noch geniessen. Die Show von Anastacia war super. Sie war sehr gut gelaunt und redselig und lustig. Trotzdem war dies in Summe das schlechteste Konzert der Tour und ich werde mein Vorhaben Sitzplatzkonzerte zu vermeiden wieder etwas mehr beherzigen.

Nach dem Konzert verabschiedeten Stefan und ich uns von unseren österreichischen Freunden und gingen für eine kurze Nacht nochmal in unser Hotel. Am nächsten Morgen standen wir um 7 Uhr auf, duschten, frühstückten und fuhren dann wieder zum Busbahnhof und in die Heimat.

Zusammenfassend haben Stefan und ich beschlossen, dass das perfekte Konzert den erste Reihe Platz und die Stimmung dort aus München, das Publikum und das MeetandGreet aus Köln und Anastasia’s ausgelassene, gut gelaunte Show aus Wien haben müsste. So haben wir in jedem Tourstopp etwas Wundervolles erlebt, bereuen nichts und freuen uns auf zukünftige Trips.

Im April gehts zumindest für mich weiter. Wobei das eine gemütliche Fahrt mit Andreas nach Zermatt wird, mit Matterhornbesichtigung und auch zu einem Sitzplatzkonzert, allerdings ein Akustisches, und da bin ich schon sehr gespannt drauf.

Eure Andi

–Du bist nicht angemeldet und kannst daher nicht alles sehen!–