Eigentlich waren Stefan und ich ja fertig mit unserem Tourjahr 2015. Da allerdings genau an Babs‘ 40. Geburtstag ein Gratisfestival in Linz (nahe ihrem Geburtsort) war, mussten wir der freundlichen Einladung, mit ihr ihren Geburtstag zu verbringen, natürlich folgen.

Also fuhr ich am Freitag, nach meinem letzten Arbeitstag für drei Wochen, um 20 Uhr mit dem Flixbus für nur 9€ nach Passau und leitete so gebührend meinen Urlaub ein. Leider hatte der Bus etwas Verspätung, weswegen ich erst um kurz vor 12 ankam. An der Bushaltestelle wurde ich sofort von Stefan, Florian und der Berlinerin Teresa, die wir in Leipzig zu diesem Trip überredet hatten, herzlich begrüßt. Wobei ich schon ein bisschen mein Schild aus Bremen vermisste. 😉

Wir fuhren zu viert zu Stefan, begutachteten seine schöne Wohnung, unterhielten uns noch ein wenig und zwangen uns dann um 2 Uhr ins Bett, da wir ja am Samstag fit sein mussten. Teresa und ich durften in Stefans Bett schlafen, er nahm netterweise die Schlafcouch. Abgemacht war, dass wir um ca. 9 Uhr aufstehen und um 10 Uhr losfahren wollten. Allerdings waren wir um 7:30 Uhr schon wach und um 9 Uhr auf dem Weg.

Von Passau nach Linz führt eine wunderschöne Landstrasse direkt an der Donau entlang und ich genoss bei blauem Himmel die schöne Landschaft. Um kurz nach 10 Uhr suchten wir uns dann einen Parkplatz und liefen noch ein paar Meter zum Linzer Marktplatz. Hier stand die Hauptbühne des Festivals. Umgeben war der Platz von ganz vielen Cafes, Restaurants, Hotels und Festivalständen, so dass wir uns erstmal über unser leibliches Wohl und Toiletten keine Sorgen machen mussten. In einem dieser Cafes saßen bereits drei Italiener und Dagi mit ihrem Geburtstagskind. Wir gratulierten herzlich und überreichten unsere Karte mit Hugo rosé.

Dann gingen wir alle Richtung Bühne, wo auch schon ein paar Tagträumerfans standen. Wir setzten uns ans Gatter in der ersten Reihe und waren glücklich unsere erste Reihe mal wieder gesichert zu haben. Wenn man sitzen und sich anlehnen kann, außerdem immer mal wieder aufstehen, was essen und aufs Klo, dann ist das Warten echt kein Problem. Wir hatten angenehme 25 Grad, saßen im Schatten, gönnten uns Mittags noch einen super leckeren Doppelcheeseburger und waren guter Dinge.

Um 15 Uhr begann dann die Show. Als Erstes kam Jack the Bush mit seiner Gitarre. Er singt in österreichischem Dialekt und hat eine ganz schöne Stimme. Danach folgte Virginia Ernst, die Stefan und ich beim Soundcheck für einen zarten Jungen gehalten hatten, eigentlich aber eine österreichische Ex-Eishockeyspielerin ist, die nun Musik macht. Sie hat eine rauchige Stimme und eigentlich ganz nette Lieder, allerdings klangen sie sehr ähnlich. Gleich danach kamen Pietro Lombardi und Sara Engels. Jetzt wurde es ungemütlich, da lauter Teenies nach vorne drückten. Wir gaben auf und ließen sie in die erste Reihe, aber natürlich nur unter der Voraussetzung, dass sie danach wieder gingen. Und dann begann das Grauen. Sarah sang alleine auf der Bühne, ohne Band, drei Coversongs, darunter What a feeling. Gut war, dass man mitsingen konnte, aber es kam eindeutig die Frage auf, wieso sie auf der Bühne stehen durfte. Keine eigenen Lieder, keine herausragende Stimme. Dann kam Pietro und sang seinen einen RTL Hit, gefolgt von You’ll never be alone von Michael Jackson und Que Sera. Ich wünschte ich hätte irgendwohin flüchten können, allerdings wurde mir sogar der Gang auf die Toilette verwehrt, da das Gelände wegen der mittlerweile großen Menschenmenge abgesperrt war, und wenn man es verließ, man vielleicht nicht mehr reinkam, was ich natürlich nicht unbedingt riskieren wollte. Es war allerdings erst 17 Uhr und ich war seit 14 Uhr nicht mehr auf der Toilette gewesen und bis Ende dauerte es noch bis 23 Uhr. Hilfe! Ich wurde ein bisschen abgelenkt als Pietro als Zugabe plötzlich verkündete, dass er, weil es so schön war, seinen RTL Hit vom Anfang nun nochmal singen wolle. Fassungslos starrte ich auf die Bühne. Bei fünf Liedern (inkl. Cover Versionen) eins zu wiederholen war unfassbar.

Danach kamen Tagträumer. Auch eine österreichische Band, die aus 4 jungen Männern bestand und die wieder erfrischend gut waren. Allerdings oder immerhin kannte ich nur ein Lied und Konzerte machen schon wirklich mehr Spaß wenn man mitsingen kann. Das gleiche Problem hatte ich bei der Manfred Manns Earth Band anschließend. Das waren mal wieder alte Vollblutmusiker, die das Publikum durchaus begeisterten, mir aber mit ihren ewigen Gitarren und Keyboardsolos zu langweilig waren. Vor Anastacia gab es dann noch eine Verlosung wo 15 glückliche Gewinner entweder ein Auto, eine Kreuzfahrt, oder eine 1000€ Goldmünze gewinnen konnten. Das ging auch eine knappe halbe Stunde und jetzt drückten sowohl die Schuhe, als auch die Blase.

Beides war schlagartig vergessen, als die Show endlich begann. Anastacia war wieder mal sehr gut gelaunt und vom ersten Ton an war die Party da. Alle Besucher schwenkten die Arme, klatschten und sangen mit. Die ersten 5 Lieder sind ja eh der Knaller, danach kam wieder Pieces of a dream und Stay. Bei dem Lied hatte ich schlagartig Pippi in den Augen, da es nun ja das letzte Konzert war und es ungewiss war wann ich alle, vor allem Stefan, wieder sehen würde. Danach überraschte uns Anastacia mit Not that Kind, was wir schon lange nicht mehr live gehört haben und Cowboys and Kisses mit sexy Cowboyhut. Anschließend kam der Rock Part, den wir wohl so auch zum letzten Mal gehört haben. Bei Stupid little Things formten Stefan und ich mit unseren Händen wieder ein gemeinsames Herz und Anastacia zeigte auf uns und sagte. „Yes, they got it“. Das war der Höhepunkt begleitet von Zwinkern und Winken während des Konzertes. In der Zugabe zeigte sie auf Babs und formte mit ihren Lippen Happy Birthday und eine imaginäre Umarmung. Das war total süß und Babs freute sich natürlich mächtig.

Und dann war es aus. Wir setzten uns noch mit 14 Fanclubmitgliedern in eines der Cafés am Platz und stießen mit Prosecco nochmal auf Babs an. Dann verabschiedeten wir uns mit dem Versprechen, dass wir uns definitiv vor Ostern wieder sehen und Stefan, Teresa und ich fuhren wieder nach Passau. Dort kamen wir um halb 2 an und fielen schnell ins Bett, da wir um 6 Uhr schon wieder aufstehen mussten, um Teresa bis 7 Uhr zu ihrem Bus zu bringen. Da meiner erst um 9:15 Uhr fuhr, schlug Stefan vor, dass wir in der Zwischenzeit Frühstücken gehen könnten. Allerdings hatte bis auf Mc Donalds nichts offen, weswegen er uns bei seinen Eltern eingeladen hatte. Die waren neugierig mit wem ihr Sohn da das ganze Jahr schon unterwegs war und so wurde ich vorgestellt. Ich gab mir wirklich Mühe nach nur 4 Stunden Schlaf und zu so früher Stunde kommunikativ zu sein und nicht allzu kaputt zu wirken. Ich denke es hat einigermaßen funktioniert. 😉

Um 9 Uhr fuhr mich Stefan dann zum Bus und die Heimfahrt fühlte sich kürzer an, da ich glaub ich fast 2 Stunden davon schlief. Um 12:45 Uhr holten mich Jana und Andi mit La Comedia Pizza im Gepäck ab und wir picknickten am Pegnitz Ufer. Dann fuhren wir heim und verbrachten den restlichen Sonntag endlich mal wieder als Familie. Jana erzählte von den Reiterferien und ich von meinem Wochenende. Das Konzertjahr war wirklich der Hammer, aber jetzt ist es auch gut, dass es vorbei ist und wieder Familytime ansteht. 😉

Eure Andi

–Du bist nicht angemeldet und kannst daher nicht alles sehen!–