Die letzten fünf Tage verbrachten Andi, Stefan und ich in Barcelona. Am Mittwoch Nachmittag nach der Arbeit ging es los zum Flughafen. Wir ließen das Auto in der Wittekindstrasse stehen und Papa und Jana fuhren uns zum Flughafen und verabschiedeten uns. Dann ging es mit leichtem Handgepäck zügig durch die Kontrolle und rein in den Flieger. Wir starteten pünktlich um 15 Uhr und kamen auch wie geplant um 17:05 in Barcelona an. Strahlend blauer Himmel begrüßte uns und gutgelaunt machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir kauften uns einen Fünf-Tages-Fahrpass und fuhren dann mit dem Zug und mit der U-Bahn zum Hotel. Dieses war nur ca. 250 Meter von der Haltestelle entfernt und unterwegs lag praktischerweise ein Supermarkt. Wir ließen es uns natürlich nicht nehmen hier mal kurz reinzusehen und Getränke zu kaufen und mussten sofort schmunzelnd an Christian denken.

Um 18:30 Uhr kamen wir dann schließlich im Silken St Gervais Hotel an und wurden sofort herzlich von Stefan begrüßt, der bereits in der Lobby auf uns wartete. Lustigerweise hatten wir unsere Zimmer genau nebeneinander, obwohl wir im Abstand von 2 Monaten gebucht hatten. War aber sehr praktisch, da wir so immer beim vorbeigehen klopfen konnten. Unser Doppelzimmer war sauber, die Betten bequem und das Bad normal groß, also waren wir vollauf zufrieden. Wir stellten nur kurz unsere Sachen ab, machten uns frisch und starteten dann gleich wieder in Richtung Innenstadt, da wir Hunger hatten und hier noch etwas essen gehen wollten. Leider konnte Andi seine 5 Tages Karte nicht mehr finden und bekam deshalb nochmal eine 10er Karte. Ich hatte ein leichtes Dejavu, da er auch schon in Amsterdam sein Ticket und somit 30€ verloren hatte. Vier U-Bahn Haltestellen entfernt kamen wir dann auf den Placa de Catalunya der Dreh und Angelpunkt von Barcelona. Von hier aus liefen wir Las Ramblas, die wohl typischste Touristenstrasse der ganzen Stadt, hinab Richtung Meer. In einer Seitengasse entdeckten wir ein interessant und modern aussehendes Restaurant und beschlossen kurzerhand hineinzugehen. Hier gab es eine große Mischung an Speisen. Andi aß ein Fleischküchle mit Gorgonzolasoße und Pommes, Stefan eine Schinkenpizza aus dem Holzofen und ich Pizzabrot mit Caprese. Außerdem gönnte ich mir schon mal den ersten Sangria, der sehr lecker schmeckte. Nach dem Essen liefen wir weiter Richtung Hafen. Hier über eine Brücke zu einer kleinen künstlichen Insel auf der ein riesiges Einkaufszentrum stand. Von hier aus hatte man einen schönen Blick aufs Meer und den Anfang der beleuchteten Stadt. Ganz langsam machten wir uns wieder zurück auf den Heimweg, fanden auf Anhieb wieder ins Hotel zurück und freuten uns schon auf morgen und die weitere Erkundung der Stadt.

Am Donnerstag trafen wir uns wie verabredet um 8:45 Uhr beim Frühstücksbuffet. Dies war für ein drei Sterne Hotel überraschend vielfältig und lecker. Es gab Marmelade, Nutella, Honig, Brötchen, Toast, Gebäck, Obst (Kiwi, Melonen, Bananen, Äpfel), Wurst, darunter besten Serrano Schinken und Chorrizo natürlich, Cornflakes, Jogurt und Tomatenpaste, das typisch katalanische Frühstück, die mit Knoblauch und Olivenöl auf Toast gegessen wurde. Ausserdem frisch gepressten Orangensaft und natürlich Kaffee. Wenn man wollte, konnte man sich Eier und Speck in jeglicher Art frisch zubereitet aus der Küche bestellen. Wir griffen ordentlich zu, da wir ja wussten, dass ein anstrengender Tag auf uns wartete und das Frühstück im Optimalfall bis zum Abendessen halten sollte. Danach fuhren wir wieder zum Placa de Catalunya, wo sich auch ein Appleshop befand. Dieser musste natürlich als Erster besichtigt werden, auch wenn wir hier nie was kaufen, aber sie sind einfach zu schön und pompös um nicht reinzugehen. Um 11 Uhr trafen wir uns dann vorm Appleshop zu unserer, übers Internet gebuchten, Gaudiführung. Die Free Walking Tours haben das Konzept, dass man gratis und auf Englisch durch die Stadt geführt wird und man nach drei Stunden ein Trinkgeld dafür gibt. Dies haben wir sehr gerne gemacht, da wir wirklich viel über Gaudi gelernt und die wichtigsten Häuserfassaden von ihm dadurch gesehen haben. Angelique führte mit viel Humor und Anekdoten zu Fuß durch die Stadt und die Tour endete bei der Sagrada Familia. Anschließend, um die Gaudi Tour komplett zu machen, liefen wir von hier aus noch zum Park Guell, der weiter oben liegt und eine wunderschöne Sicht auf die Stadt bildet und von Gaudi entworfen wurde. Sobald einer nicht mehr konnte, oder über die Temperaturen jammerte, wurde er mit einem leicht spöttischen „mimimimimi“ wieder in die Spur gebracht. Dies begleitete uns ab da den ganzen Urlaub über. 😉 Wir waren unheimlich fleißig und an diesem Tag 17km zu Fuß unterwegs, deswegen gönnten wir uns eine Busfahrt vom Park runter als Meer und legten uns erschöpft in den warmen Sand. Der Strand war fast leer und wären die nervigen Verkäufer mit ihren Handtüchern, Getränken und Massagen nicht gewesen, hätten wir glatt einschlafen können. So relaxten wir einfach eine Stunde in der Sonne und machten uns dann wieder auf die Suche nach einem Restaurant wo wir Abendessen konnten. Wir blieben im Fischerviertel  und aßen Paella aus Pfannen. Lecker! Auf dem Weg zu unserer U-Bahn und dem Placa de Catalunya, kamen wir wieder über die Les Ramples und hier bleiben wir an einer Sangria Maß hängen. Zumindest Stefan und ich. Andi war glücklich über das Wlan des Lokals und schaute uns fassungslos beim leeren der, gar nicht guten, aber nach je einem Liter, sehr wirkungsvollen, Sangria zu. An diesem Abend war es gut, dass Jemand Stefan und mich nach Hause führte, wir hätten nämlich vor Lauter Selfies mit der Leuchtreklamen und drehen von Selfievideos etwas länger heim gebraucht.

Am nächsten Morgen pünktlich um 8:45 Uhr waren wir wieder erstaunlich fit und ohne Kopfschmerzen beim Frühstück. Schade war, dass es regnete, weswegen wir uns für diesen Tag ein 24 Stunden Hop On Hop Off Busticket kauften und alle drei Runden abfuhren. Gut war, dass die Busse aufgrund des schlechteren Wetters leer waren und wir mit ihnen einen großen Teil der Stadt sahen. An manchen Stellen wie dem Montjuik stiegen wir aus und genossen die tolle Aussicht. Gegen 13 Uhr war der Regen schon vorbei und der blaue Himmel kam zurück. Das war auch der Grund weswegen es uns wieder an den Strand zog. Wir überquerten den leeren Strand und schlenderten an der Promenade entlang. Dann machten wir uns auf den Weg zu einem bestimmten Fischrestaurant, welches Stefan von seinem Kunden empfohlen worden war. La Paradea lag ganz unscheinbar in einem Hinterhof im Fischerviertel. Direkt nach dem Eingang war die große Fischtheke, wo die frischen, rohen, teilweise noch lebenden Fische und Krustentiere auf Eis lagen. Man suchte sich hier aus was man essen wollte, wir nahmen Tunfischsteak, Muscheln, gegrillten Tintenfisch, Garnelen und Chipionnes, fritierte kleine Tintenfische. Dazu gab es Brot. In guter alter Tapasmanier aßen wir das alles zu dritt und genossen jeden Gang. Mit Cola kostete das alles zusammen 45 Uhr was unglaublich günstig war, da die Qualität und der Geschmack herausragend war. Um 15:30 Uhr verließen wir das Lokal und fuhren zurück zu unserem Hotel, um uns hier noch etwas frisch zu machen und unsere Konzertkarten zu holen. Andi ließen wir glücklich mit iPad im Bett zurück und Stefan und ich zogen noch glücklicher los. Natürlich waren wir viel zu früh an der Halle nämlich um 18:45 und natürlich wurden die Tore in die Halle und zum Merchendise nicht wie angekündigt um 19 Uhr geöffnet, sondern mit spanischer Unpünktlichkeit erst nach 20 Uhr. Die Stunde vertrieben wir uns mit einer Unterhaltung mit den vier anderen Redshirts, die wir vor den Toren trafen. Astrid, Birgit, Andrea und Rita verbrachten auch ein paar Tage in Barcelona. Der Einlass war dann ganz relaxt, wir stöberten uns durch die T-Shirts und besahen das Tourbook, ohne allerdings etwas zu kaufen, das machen wir in Deutschland. Dann kauften wir uns noch etwas zu trinken, gingen auf die Toilette und betraten dann den Konzertsaal. Er war komplett bestuhlt mit bequemen Sitzplätzen und unsere Karten in der ersten Reihe Mitte Links waren fantastisch. Wenn man im Sitzen die Füße ausstreckte, konnte man fast die Bühne berühren die süße 100 cm hoch war. Obwohl wir ja schon öfter in der ersten Reihe waren, waren wir selten so nah dran gewesen, da meist der Graben 2 Meter breit ist.

Kurz nach 21 Uhr gingen dann die Lichter aus und die Show begann mit Trommelwirbel. Das erste Lied war gleich ein Neues „Army of Me“ und es klang super. Zum Glück standen die Spanier auf und wir konnten die ersten 6 Lieder stehen bleiben, da nun Schlag auf Schlag ein Hit nach dem anderen kam. Anschließend ging es etwas ruhiger weiter. Anastacia läßt bei jedem Konzert über die App die Leute abstimmen, was für einen extra Song sie hören wollen. Diesmal hatte Resurection gewonnen, den sie noch nie live verformt hatte. Ich war sehr gespannt und tief berührt von der kraftvollen Ballade. Großes Kompliment. Danach allerdings schlich sich mal wieder ein kleiner Frosch im Hals ein, der die hohen Töne betraf. Anastacia hatte auch schon bei den vorangegangen Konzerten in Italien Halsprobleme. Sie kämpfte sich trotzdem gut durch das Konzert und ich denke fast die Probleme hörten nur die die es sonst besser kennen. 😉 Insgesamt war ich begeistert und hatte viel Spaß bei dem Konzert. Hab ausgelassen mit Stefan getanzt und bei „You’ll never be alone“ auch Händchen gehalten. Schee wars. Danach fuhren wir mit der U-Bahn auf direkten Weg wieder zurück und berichteten Andi vom Konzert.

Am Samstag nach dem Frühstück beschlossen wir nochmal eine Free Walking Tour durch die Altstadt mitzumachen und begaben uns wieder um 11 Uhr vor den Appleshop. Diesmal hieß unser Führer Ian. Er kam eigentlich aus Philadelphia, lebte aber schon ein paar Jahre in Barcelona. Es war sehr interessant seine Ansichten zur Spanischen und vor allem Katalanischen Geschichte zu hören und wir bekamen wieder ein paar lustige Anekdoten erzählt. Diesmal waren allerdings Stefan und ich ziemlich müde, aber wir hielten tapfer durch. Um 13 Uhr endete die Führung am Strand. Da uns die Markthalle ans Herz gelegt wurde, war unser nächster Weg dahin. Wir bestaunten die vielen Stände mit frischen Lebensmitteln und konnten natürlich nicht widerstehen. Wir aßen Paella und Chipionnes, außerdem gab es frisch gepresste Säfte, Oliven und Salamisticks. Um 16 Uhr gab es dann die Nachspeise, da uns auch ein Cafe für Churos empfohlen wurde. Wir tauchten die heißen Sticks in flüssige spanische Schokolade und waren im Himmel. Da Stefan und ich einfach nicht fitter wurden, fuhren wir nun ins Hotel, um uns bis 20:00 Uhr noch eine wenig auszuruhen und für den Abend zu stärken. Danach ging es wieder zurück zum Strand, wo wir am Nachmittag schon eine Tapasbar ins Auge gefasst hatten. Hier teilten wir uns lediglich vier Tapas, da wir von unserem „Naschen“ in der Markthalle eigentlich immer noch satt waren, dazu gab es nochmal eine sehr leckere Sangria. Abschließend ein letzter Weg durch neue kleine Seitengässchen und das Künstlerviertel Richtung U-Bahn und wieder zurück zum Hotel. Hier verabschiedeten wir uns schon von Stefan, da er am Sonntag um 4:30 Uhr bereits zum Flughafen fahren musste.

Andi und ich genossen am Sonntag dann noch einmal das hervorragende Frühstücksbuffet, packten dann unsere Sachen und machten uns um 10 Uhr auf zum Flughafen. Wir wollten an der Placa de Catalunya mit dem Aerobus fahren, den wir die letzten Tage entdeckt hatten. Allerdings war Sonntag Vormittag hier ein Marathon und dadurch alles durcheinander. Mit den anderen Touristen mit Koffern, suchten wir die verlegte Bushaltestelle und stellten uns in die fürchterlich lange Schlange. Dies war zeitlich nicht wirklich eingerechnet und machte mich etwas nervös. Wir kamen aber trotzdem rechtzeitig an und auch durch die lange Schlange am Sicherheitscheck. Um 12:15 saßen wir im Flugzeug und standen Schlange auf der Startbahn. Nach gefühlten 20 Minuten waren wir dann endlich in der Luft und der etwas holprige Rückflug begann. Wir landeten mit ca. 15 Minuten Verspätung um 14:20 Uhr in Nürnberg und wurden von Papa und Jana abgeholt. Die war froh, dass wir wieder da waren. Wir bekamen dann noch leckere Schäuferla bei Papa und Birgit, die sich in der Zeit super um Jana und unser Haus gekümmert hatten. Vielen Dank dafür und fürs Fensterputzen. 🙂

Zusammenfassend ist zu sagen, dass Barcelona in meinen Augen sogar London, Lissabon, Wien und Paris den Rang abgelaufen hat und nun zu meiner Lieblingsstadt geworden ist. Und sie wird mich bestimmt nochmal wieder sehen.

Eure begeisterte Andi

–Du bist nicht angemeldet und kannst daher nicht alles sehen!–