Am Freitag holte mich Stefanie nach der Arbeit ab, stellte ihr Auto in die Wittekindstrasse und dann ging es gleich weiter auf die Autobahn nach Halle (Saale). Wir hatten Doreen, die mit ihrem Freund Mike zwei Karten gekauft hatte und dringend zwei Begleitpersonen brauchte, versprochen zu kommen. Bei gefühlten 37 Grad wäre Freibad zwar verlockender gewesen, aber zumindest ging in meinem Auto die Klimaanlage. Kaum auf der Autobahn, standen wir schon im Stau, und tuckerten so dahin. Zum Glück hatten wir keinen Streß, da wir erst bis spätestens 19 Uhr da sein sollten. Deswegen gönnten wir uns auch eine Pause beim Mc Donald und kauften uns einen Choco Frappe. Dann ging es frisch gestärkt und frohen Mutes weiter auf der jetzt leereren Autobahn.

Um 18 Uhr kamen wir vor der Halle an. Plötzlich schaute Stefanie entsetzt auf ihr Handy. Anastacia hatte gerade auf Instagram ein Bild gepostet und nicht wie gewohnt lustige Hunde, oder Konzertbilder, sondern ein Nacktbild. Hand und Handy verbargen die Brustwarzen und das Bild endete kurz vorm Schambereich aber ansonsten sah man alles. Ungeschminkt und real. Darüber stand nur „Holler Halle“ und es war wohl aus einer heißen Laune heraus spontan entstanden. Keine Frage sie kann es sich mit 47 durchaus leisten sich so zu zeigen, wir sind es nur nicht gewohnt. Immer noch leicht geschockt trafen wir auf Doreen und Mike, die bereits ein anderes Pärchen kennengelernt hatten. Außerdem standen hier auch die Tourbusse und plötzlich stand Steve der Drummer vor mir. Ich winkte und er kam auf mich zu. Ich fragte ihn wie die Redschirtchallenge lief und nach kurzen Überlegen wußte er, was ich meinte. Ich hatte ihm letztes Jahr in Leipzig das rote Mothersprocker Shirt geschenkt, leider zu klein. Da er aber eh am abnehmen war, sagte er er wäre noch darüber. Er ist super sympathisch und offen und wir unterhielten uns so gut es mein spontanes Englisch zugelassen hatte. Als ich ihn fragte, ob wir ein Selfie machen können, stimmte er sofort zu. Ich nahm mein Handy in die Hand und das Nacktbild kam sofort, da es das letzte war, was ich angesehen hatte. Steve schaute gleich weg, vermutlich dachte er es wäre ein privates Bild, ich zeigte es ihm dann allerdings und er hatte es vorher noch nicht gesehen. Er war genauso überrascht und etwas fassungslos wie wir. Dann machten wir das Selfie und Doreen, die mittlerweile auch dabei stand, holte noch Mike und Steffi. Wir unterhielten uns noch kurz, dann verabschiedete Steve sich weil er bei der Hitze lieber in den kühlen Tourbus flüchtete. Wir warteten auch sehnlichst darauf, dass die Halle endlich öffnete, in der Hoffnung, dass es innen etwas kühler war.

Wir besuchten wie bei jedem Konzert den Merchendisestand und der Typ dahinter kennt uns mittlerweile auch schon. Wir unterhielten uns noch ein bißchen auf Englisch über den Brexit, der übrigens scheiße ist (das einzig deutsche Wort das er kann) und entdeckten eine A Capi, die wirklich reizvoll ist. Hmm viellicht in Straubing. 😉

Dann durften wir in den Konzertsaal. Doreen saß am rechten Rand in der 5. Reihe und ich neben ihr. Stefanie und Mike hinter uns in der 6. Eigentlich ganz gute Plätze, als allerdings die ersten Reihen aufstanden, wurde es schwer etwas zu sehen. Deswegen schob ich Doreen in die zweite Reihe, weiter vor ging es leider nicht und stellte mich an den Rand dahinter. Mike und Stefanie rutschten auch mit auf. Dann wurde ich gebeten den Mann von der Security zu holen, lief vor zur Bühne, stupste ihn an und er ging zu meinem Platz. Deswegen blieb ich am rechten Rand direkt vor der Bühne stehen. Der Security kam wieder, stellte sich neben mich, schickte mich aber nicht weg. Etwas überrascht, aber dankend behielt ich deswegen meinen Platz am Bühnenrand und lehnte mich mit dem Ellbogen auf die Bühne um rechts vom Security vorbei direkt auf Ana’s Seite zu schauen. Gewiss war das kein erste Reihe Mitte, aber für ein gratis Konzert doch schon echt super. 😉

Stefanie stahl sich irgendwann auch hinter mich und auch in der Kombi schickte er uns nicht weg, so dass wir ausgelassen anfingen zu tanzen. In der Zugabe konnten wir dann noch weiter an der Bühne in die Mitte, da nun alle aufstanden und vor zur Bühne gingen. Anastacia lief etliche Male ganz nah an uns vorbei und wir feierten bei Left Outside Alone und One Day in your Life.

Nach dem Konzert staubte ich dann noch ein Tourplakat ab, was ich in Nürnberg nicht geschafft hatte und war so glücklich und zufrieden. Da es erst 22 Uhr war, gingen wir noch eine Stunde mit Babs, Sandra, Doreen, Mike und Kerstin etwas trinken und aßen auch noch ein Stück Pizza. Dann fuhren Stefanie und ich auf der leeren Autobahn wieder nach Hause. Um 2:15 Uhr kam ich daheim an, schlich mich ins Haus und stellte erfreut fest, dass Andi noch wach war. Der war am Abend auf der Geburtstagsfeier von Diana gewesen und wir erzählten uns noch kurz von unserem Tag. Dann fiel ich erschöpft, aber glücklich ins Bett.

Erst 4 Tage später hatte auch endlich die Klatschpresse das Bild entdeckt, feierte es aber als mutig und selbstbewußt. Es gab durchweg positives Feedback über den Mut sich so real zu zeigen nach viele schweren Operationen. Ich bin echt positiv überrascht darüber, aber es freut mich natürlich.

Eure Andi

–Du bist nicht angemeldet und kannst daher nicht alles sehen!–